Deutsche im Medizinstudium in Österreich: Zahlen 2021–2025
Von der Redaktion · Stand: 21.10.2026

Im Wintersemester 2025 haben 315 Menschen mit deutscher Staatsangehörigkeit ein Humanmedizinstudium an einer öffentlichen Universität in Österreich begonnen, 14,5 Prozent aller Anfänger. Drei Jahre zuvor waren es noch 407 (20,1 Prozent). Die Zahlen stammen vom österreichischen Wissenschaftsministerium.
Wie viele Deutsche beginnen ein Medizinstudium in Österreich?
Das Ministerium hat die Zahlen im Juli 2026 in der Anfragebeantwortung 5452/AB veröffentlicht, je Standort und Wintersemester:
| Wintersemester | Wien | Graz | Innsbruck | Linz | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| 2025 | 105 (12,3 %) | 59 (9,8 %) | 117 (23,9 %) | 34 (15,0 %) | 315 (14,5 %) |
| 2024 | 111 (13,2 %) | 78 (13,5 %) | 129 (27,6 %) | 45 (19,7 %) | 363 (17,1 %) |
| 2023 | 104 (13,0 %) | 80 (14,6 %) | 135 (28,2 %) | 50 (23,1 %) | 369 (18,1 %) |
| 2022 | 136 (17,2 %) | 89 (16,5 %) | 132 (27,8 %) | 50 (23,2 %) | 407 (20,1 %) |
| 2021 | 92 (13,7 %) | 85 (17,3 %) | 131 (27,7 %) | 41 (24,4 %) | 349 (19,3 %) |
Vom Höchststand im Wintersemester 2022 bis 2025 ist die Zahl um 23 Prozent gesunken (berechnet), und zwar an allen vier Standorten. Innsbruck hatte in jedem Jahr den höchsten Anteil, im Wintersemester 2025 23,9 Prozent, also fast jeder vierte Anfänger. Am niedrigsten lag der Anteil zuletzt in Graz mit 9,8 Prozent. Wien stellt mit 105 Personen zwar viele deutsche Anfänger, bei der Größe des Standorts ist das aber ein kleiner Anteil.
Was zählt in dieser Statistik als „Deutscher“?
Wer die Zahlen zitiert, sollte drei Punkte kennen, die das Ministerium selbst festhält:
- Staatsangehörigkeit, nicht Abitur. Gezählt sind Personen mit deutschem Pass. Wer als Deutscher in Österreich die Matura gemacht hat, steht in der Tabelle; wer als Österreicher in Deutschland Abitur gemacht hat, nicht. Mit dem EU-Kontingent, das am Reifezeugnis hängt, ist die Zahl deshalb nicht gleichzusetzen.
- Begonnene Studien, nicht Plätze. Der Nenner sind alle begonnenen Humanmedizin-Studien, einschließlich Überbuchung. Im Wintersemester 2025 waren das 2.172, bei 1.756 Humanmedizin-Plätzen laut Ministerium.
- Nur Humanmedizin. Zahnmedizin ist nicht enthalten.
Eine Frage beantwortet das Dokument nicht: ob die Grazer Zahlen die Linzer Studierenden enthalten, die die ersten vier Semester in Graz verbringen. Wir lassen das offen.
Warum beginnen weniger Deutsche ein Medizinstudium in Österreich?
Gründe nennt das Ministerium nicht, und wir erfinden keine. Belegt ist nur, dass der Rückgang nicht an fehlenden Plätzen liegt: Die Humanmedizin-Plätze stiegen vom Studienjahr 2022/23 bis 2025/26 von 1.706 auf 1.756. Die Anmeldungen für Humanmedizin lagen 2025 bei 14.322 nach 14.696 im Jahr 2022, ein Rückgang um 2,5 Prozent. Die Zahl der deutschen Anfänger ist also viel stärker gesunken als das Interesse am MedAT insgesamt (berechnet). Für Wien berichtete science.ORF.at 2025 unter Berufung auf die Universität, der Anteil der Bewerbungen aus dem EU-Raum, vor allem aus Deutschland, sei von früher 20 auf 15 Prozent gesunken. Wie sich die Bewerber nach Herkunft verteilen, veröffentlichen die Universitäten aber nicht.
Wie viele Deutsche bewerben sich?
Amtlich gibt es dazu keine Zahlen; die gemeinsamen Aussendungen der Universitäten nennen keine Herkunft. Aus Innsbruck gibt es zwei Medienberichte. 2023 kamen laut tirol.ORF.at von 3.200 Bewerbern für Human- und Zahnmedizin 1.333 aus Deutschland. 2025 kamen laut science.ORF.at von 2.917 Anmeldungen für Humanmedizin 1.230 aus Deutschland, also gut zwei von fünf.
Stellt man die Zahlen von 2025 den 117 deutschen Anfängern in Innsbruck gegenüber, kamen rechnerisch 10,5 Anmeldungen aus Deutschland auf einen Studienbeginn; über alle Bewerber waren es 6,0 Anmeldungen je begonnenem Studium (490 laut Ministerium). Das ist eine Berechnung mit Vorbehalt: Die Medienzahl sagt nicht, ob „aus Deutschland“ Pass oder Wohnort meint, und Anmeldungen sind keine Antretenden. Mehr zu den Bewerberzahlen aller Standorte unter MedAT-Bewerberzahlen.
Wie viele Deutsche schließen das Studium ab?
Rund jeder fünfte Abschluss in Humanmedizin geht an eine Person mit deutschem Pass. Die Abschlüsse spiegeln die Anfänger von vor sechs und mehr Jahren:
| Studienjahr | Wien | Graz | Innsbruck | Linz | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| 2024/25 | 137 (19,9 %) | 59 (20,0 %) | 82 (21,2 %) | 20 (15,0 %) | 298 (19,8 %) |
| 2023/24 | 117 (18,5 %) | 56 (20,6 %) | 70 (20,6 %) | 21 (20,8 %) | 264 (19,7 %) |
| 2022/23 | 90 (16,1 %) | 64 (21,2 %) | 65 (18,7 %) | 7 (9,2 %) | 226 (17,6 %) |
| 2021/22 | 114 (18,5 %) | 41 (15,5 %) | 70 (19,9 %) | 15 (34,9 %) | 240 (18,8 %) |
Die Linzer Werte schwanken stark, weil dort wenige Abschlüsse zusammenkommen. Im Studienjahr 2024/25 schlossen insgesamt 298 Deutsche ab, 19,8 Prozent aller Absolventen.
Bleiben Deutsche nach dem Studium in Österreich?
Nach den vorhandenen Daten die meisten nicht. Das Ministerium stützt sich auf die Absolventenbefragung EUROGRADUATE 2022 von Statistik Austria. Danach lebten rund zwei Drittel der Medizinabsolventen, die ihr Abitur in Deutschland gemacht hatten, ein bis zwei Jahre nach dem Abschluss wieder in Deutschland. Der Bericht weist diesen Wert als Ergebnis mit weniger als 50 Befragten aus; er fasst die Abschlussjahrgänge 2016/17 und 2020/21 zusammen.
Breiter abgestützt ist eine zweite Zahl, die allerdings alle Absolventen betrifft: Ein Jahr nach dem Abschluss arbeiteten 80 Prozent der befragten Human- und Zahnmediziner des Jahrgangs 2020/21 in Österreich, 13 Prozent in Deutschland und 5 Prozent in der Schweiz. Das Ministerium betont selbst, dass beides auf Befragungen beruht, nicht auf Verwaltungsdaten.
Wie die Anerkennung in Deutschland abläuft, steht unter Approbation in Deutschland.
Häufige Fragen
Wie viele Deutsche studieren Medizin in Österreich?
Veröffentlicht sind die Anfänger und die Abschlüsse. Im Wintersemester 2025 begannen 315 Personen mit deutscher Staatsangehörigkeit Humanmedizin an einer öffentlichen Universität, im Studienjahr 2024/25 schlossen 298 ab. Wie viele insgesamt eingeschrieben sind, steht nicht in der Quelle.
An welcher Uni in Österreich studieren die meisten Deutschen Medizin?
In Innsbruck. Dort hatten im Wintersemester 2025 117 Anfänger einen deutschen Pass, 23,9 Prozent. Innsbruck hat in jedem Jahr seit 2021 den höchsten Anteil aller vier Standorte.
Gibt es in Österreich eine Quote für Deutsche im Medizinstudium?
Keine eigene. Mindestens 75 Prozent der Humanmedizin-Plätze sind für Bewerber mit österreichischem Reifezeugnis reserviert, Deutsche zählen wie alle EU-Bürger zum EU-Kontingent. Weil alle auf einer gemeinsamen Rangliste stehen, wirkt die Quote in der Praxis kaum.
Gehen deutsche Absolventen nach dem Studium zurück?
Die meisten ja. Laut einer Befragung von Statistik Austria lebten rund zwei Drittel der Absolventen mit deutschem Abitur ein bis zwei Jahre nach dem Studium wieder in Deutschland. Die Zahl beruht allerdings auf weniger als 50 Befragten.
Quellen
Alle Angaben geprüft am 21.10.2026. Medienberichte sind als solche gekennzeichnet.
- Anfragebeantwortung 5452/AB XXVIII. GP, Hauptdokument (12 Seiten) – BMFWF, 07.07.2026; abgerufen am 18.10.2026
- Anfragebeantwortung 5452/AB XXVIII. GP zur Anfrage 6059/J „Medizin-Studienplätze in Österreich“ – Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung (BMFWF), Parlament Österreich, 07.07.2026; abgerufen am 18.10.2026
- EUROGRADUATE 2022: Analyse der österreichischen Erhebungsdaten zu Studium und Arbeitsmarkteinstieg von Hochschulabsolventen (Gesamtbericht), Grafiken 49 und 108 – Statistik Austria, veröffentlicht vom BMFWF; abgerufen am 20.10.2026
- MedAT: 15.668 Anmeldungen (gemeinsame Aussendung) – Medizinische Universität Wien, 23.04.2025; abgerufen am 18.10.2026
- Presseaussendung MedAT 2022: Anmeldezahlen – Medizinische Universität Wien, 13.04.2022; abgerufen am 18.10.2026
- Medizinstudium: 12.400 Bewerbungen für 1.900 Plätze – science.ORF.at (APA), 04.07.2025; abgerufen am 18.10.2026 (Medienbericht)
- Ansturm auf Medizinstudium in Innsbruck – tirol.ORF.at, 07.07.2023; abgerufen am 18.10.2026 (Medienbericht)
- Universitätsgesetz 2002, § 71c (Zugang zu Human- und Zahnmedizin, Quote, gewidmete Plätze) – Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS), 01.11.2025; abgerufen am 04.11.2026
- Kontingentregelung (Österreich-, EU- und Nicht-EU-Kontingent) – medizinstudieren.at; abgerufen am 18.10.2026