MedAT-Vorbereitung: was die Unis kostenlos bereitstellen
Von der Redaktion · fachlich geprüft von Hendrik Loll · Stand: 20.10.2026
Für die MedAT-Vorbereitung stellen die vier Universitäten alles Offizielle kostenlos bereit: Stichwortlisten für Biologie, Chemie, Physik und Mathematik, Erklärungen und Beispielaufgaben zu allen Testteilen, Online-Übungstests und neun Erklärvideos. Gesetzlich müssen sie den Stoff spätestens vier Monate vor dem Test veröffentlichen, für den Test 2027 also spätestens im März.
Mehr Material gibt es von offizieller Seite nicht, und mehr braucht es nach Ansicht der Universitäten auch nicht. Was in den Unterlagen steht und wie Du damit arbeitest, zeigt diese Seite. Übungsaufgaben veröffentlichen wir nicht: Die Weitergabe von MedAT-Aufgaben ist laut Verordnung und Urheberrecht verboten.
Was steht in den offiziellen MedAT-Unterlagen?
Die MedUni Graz betreibt für alle vier Standorte den Virtuellen Medizinischen Campus (VMC). Nach der kostenlosen Registrierung schreibst Du Dich in den Kurs für Humanmedizin oder Zahnmedizin ein. Für den MedAT 2026 lagen dort:
- Allgemeines: Beschreibung der Testteile, Aufgabenzahlen und Zeiten, Hinweise zum Bearbeiten von Multiple-Choice-Fragen und zum Ausfüllen des Antwortbogens
- Basiskenntnistest: eine Seite zur Vorbereitung, vier Stichwortlisten und ein Übungstest
- Textverständnis: zwei Übungstexte mit je einer Frage und Lösung
- Kognitive Fähigkeiten: je eine Informationsbroschüre zu den fünf Untertests mit Instruktion, Regeln und Beispielaufgaben
- Sozial-emotionale Kompetenzen: Erklärungen zu den drei Aufgabengruppen und Ausfüllvorschriften; bei Emotionen regulieren allein zwölf erklärte Beispiele
- Nur Zahnmedizin: Anleitungen zum Drahtbiegen und Formen spiegeln mit Übungsvorlagen
Dazu kommen Online-Übungstests. Zwei Dinge solltest Du wissen: Die Konten im VMC werden jedes Jahr Anfang Herbst gelöscht. Und wann die Unterlagen für 2027 online gehen, beschreiben die Universitäten an einer Stelle mit „rechtzeitig vor der Anmeldephase“, an einer anderen mit „mit Beginn der Anmeldephase“, also rund um den 01.03.2027. Einzelne Dateien wurden 2026 noch im April geändert, die Anleitung zum Drahtbiegen etwa am 1. April laut Dateidatum. Ein zweiter Blick Mitte April schadet also nicht.
Ergänzend gibt es auf medizinstudieren.at neun kurze Erklärvideos zu den Testteilen, von der Gesamtübersicht bis zu den manuellen Fertigkeiten, und eine Videothek mit aufgezeichneten Infoveranstaltungen der MedUni Wien und der JKU.
Wie groß ist der Stoff im Basiskenntnistest?
Der BMS prüft Schulwissen aus Unter- und Oberstufe, nur auf Deutsch, mit 94 Fragen in vier Fächern. Die Stichwortlisten legen fest, was drankommen kann. Ihr Umfang, gezählt nach Hauptkapiteln und Aufzählungspunkten erster Ebene (eigene Zählung):
| Fach | Fragen | Anteil am BMS | Minuten | Seiten Stichwortliste | Kapitel | Stichpunkte |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Biologie menschliche Zelle; Gewebe und Organsysteme mit Frühentwicklung; Genetik, Evolution, Ökologie und Immunbiologie | 40 | 43 % | 30 | 4 | 3 | 60 |
| Chemie Atombau und Periodensystem, Bindung, Reaktionen, Gleichgewicht, Säure-Base und Redox, organische Chemie und Naturstoffe | 24 | 26 % | 18 | 2 | 13 | 52 |
| Physik Mechanik, Schwingungen und Wellen, Wärmelehre, Elektrizität, Optik bis zur Optik des Auges, Atomphysik und Strahlung | 18 | 19 % | 16 | 3 | 7 | 62 |
| Mathematik Algebra, Geometrie, Einheiten, Funktionen bis Differential- und Integralrechnung, Vektoren | 12 | 13 % | 11 | 2 | 6 | 34 |
Biologie ist der größte Brocken, sowohl beim Stoff als auch bei den Fragen. Mathematik hat die wenigsten Fragen, reicht aber bis zur Differential- und Integralrechnung. Wer in der Oberstufe Physik oder Chemie abgewählt hat, sollte genau dort anfangen. Einige Themen stehen in zwei Listen, etwa Gasgesetze, Aggregatzustände und Atombau in Chemie und Physik; das spart Zeit. Die Fächer kommen im Test in fester Reihenfolge, jedes mit eigener Zeit, mehr dazu unter Testteile und Gewichtung.
Mit welchen Büchern lernst Du für den BMS?
Fachbücher oder Hochschulliteratur brauchst Du nicht; die Universitäten nennen das ausdrücklich einen Mythos. Die Fragen werden aus keinem bestimmten Buch entwickelt. Empfohlen wird, die Stichwortlisten mit Schulbüchern zu erarbeiten. Die MedUni Graz empfiehlt dabei kein einzelnes Werk und verweist auf die Liste der in Österreich zugelassenen Schulbücher für die allgemeinbildenden höheren Schulen als Orientierung. Deine eigenen Schulbücher aus Deutschland sind ein guter Start, solange Du die Stichwortliste daneben legst.
Wie Du die Monate bis zum Test aufteilen kannst
Wie lange man lernen sollte, beantworten die Universitäten bewusst nicht pauschal. Sie raten, zuerst den Stoffumfang zu sichten und dann abzuschätzen, wie viel Zeit Du brauchst, um Inhalte dauerhaft zu behalten. Drei Anhaltspunkte lassen sich aus den Unterlagen ableiten (eigene Einordnung):
- BMS nach Gewicht planen. Biologie stellt 43 Prozent der BMS-Fragen, Mathematik nur 13 Prozent. Deine Lernzeit sollte grob dieser Verteilung folgen, korrigiert um Deine Lücken.
- KFF und SEK über das Prinzip lernen. Laut den Universitäten sind diese Fähigkeiten nur zum Teil trainierbar. Wichtig ist, Instruktionen und Aufgabentyp so gut zu verstehen, dass Du am Testtag keine Zeit mit dem Lesen der Anleitung verlierst. Dafür sind die Informationsbroschüren und Übungstests im VMC da.
- Textverständnis nebenbei trainieren. Die Universitäten empfehlen populärwissenschaftliche Texte, etwa aus Magazinen. Das lässt sich gut in den Alltag einbauen.
Für den MedAT-Z kommt Handarbeit hinzu: Drahtbiegen und Formen spiegeln sollst Du laut den Universitäten ausdrücklich üben und dabei die Feinmotorik trainieren. Einzelheiten stehen unter MedAT-Z kurz erklärt. Der Testtag 2027 ist voraussichtlich der 09.07.2027.
Bringen Vorbereitungskurse etwas?
Die Universitäten sind hier ungewöhnlich deutlich. Sie distanzieren sich von allen kommerziellen und nicht kommerziellen Kursen und Unterlagen, die nicht von den Testautoren autorisiert sind, und betonen, dass kein Anbieter offizielles Material verwendet. Als Beleg verweisen sie auf eine Studie der MedUni Wien (Arendasy und andere, 2016, in der Fachzeitschrift Intelligence): Ob sich Bewerber mit einem Kurs oder selbstorganisiert in Kleingruppen vorbereiteten, machte demnach fast keinen Unterschied. Mehrere internationale Studien zu Aufnahmetests kamen zu ähnlichen Ergebnissen. In einem frei zugänglichen Aufsatz von 2018 fassen die Testentwickler zusammen: Wie viel Zeit und Mühe jemand in die Vorbereitung steckt, scheint wichtiger zu sein als die Frage, welche Angebote er dafür nutzt. Laut einem ORF-Bericht von 2025 sagte die MedUni Wien, in Erhebungen hätten rund 30 Prozent angegeben, einen Kurs besucht zu haben, ohne dadurch höhere Erfolgschancen zu haben (Medienbericht; die Erhebung selbst ist nicht veröffentlicht).
Unsere Einordnung: Ein Kurs kann Struktur geben, wenn Du Dich schwer allein organisierst. Er ist aber keine Voraussetzung, und die Kernfrage bleibt dieselbe, die auch die Universitäten stellen: wie intensiv Du Dich mit den Inhalten des MedAT beschäftigst.
Wo Du Fragen loswirst
Die Universitäten bieten Infoveranstaltungen, Schulbesuche und Messeauftritte an, 2026 zum Beispiel eine Infoveranstaltung der JKU am 22. April, auch online. Für Erfahrungen aus erster Hand verweisen sie auf die Studierendenvertretungen der vier Standorte, die ÖH der MedUni Wien, Graz und Innsbruck und die ÖH der JKU. Die gemeinsamen FAQ auf medizinstudieren.at beantworten außerdem viele Fragen zu Hilfsmitteln, Minuspunkten und Notizregeln. Was davon am Testtag gilt, haben wir unter Antwortbogen und Regeln zusammengefasst.
Häufige Fragen
Wo bekomme ich die offiziellen MedAT-Unterlagen?
Im Virtuellen Medizinischen Campus (VMC) der MedUni Graz, der für alle vier Standorte gilt. Die Registrierung ist kostenlos, auch über ein bestehendes Google-, Microsoft-, GitHub- oder Dropbox-Konto. Danach schreibst Du Dich in den Kurs für Human- oder Zahnmedizin ein.
Brauche ich einen Vorbereitungskurs für den MedAT?
Nach Einschätzung der Universitäten nicht. Sie distanzieren sich von allen nicht autorisierten Kursen und verweisen auf eine Studie der MedUni Wien, nach der es fast keinen Unterschied machte, ob sich Bewerber mit Kurs oder selbstorganisiert in Kleingruppen vorbereiteten.
Welche Bücher brauche ich für den BMS?
Keine Fachbücher und keine Hochschulliteratur. Der Basiskenntnistest prüft Schulstoff aus Unter- und Oberstufe. Die Universitäten empfehlen, die Stichwortlisten mit Schulbüchern zu erarbeiten; ein bestimmtes Buch empfehlen sie nicht, die Liste der österreichischen Schulbücher dient als Orientierung.
Wann sollte ich mit der MedAT-Vorbereitung anfangen?
Eine pauschale Antwort geben die Universitäten nicht. Sie raten, sich zuerst einen Überblick über den Stoffumfang zu verschaffen und abzuschätzen, wie viel Zeit Du brauchst, um Inhalte langfristig zu behalten. Die aktuellen Unterlagen stehen ab der Anmeldephase im März bereit.
Quellen
Alle Angaben geprüft am 20.10.2026. Medienberichte sind als solche gekennzeichnet.
- Vorbereitungsunterlagen – medizinstudieren.at; abgerufen am 18.10.2026
- Tipps und Tricks zur Testvorbereitung (mit FAQ zu Minuspunkten und Notizregeln) – medizinstudieren.at; abgerufen am 20.10.2026
- Vorbereitungskurse und -materialien – medizinstudieren.at; abgerufen am 18.10.2026
- MedAT-Mythen – medizinstudieren.at; abgerufen am 20.10.2026
- Erklärvideos Testteile MedAT – medizinstudieren.at; abgerufen am 20.10.2026
- Videothek (aufgezeichnete Infoveranstaltungen) – medizinstudieren.at; abgerufen am 20.10.2026
- FAQ – häufig gestellte Fragen – medizinstudieren.at; abgerufen am 18.10.2026
- „Vorbereitung für den BMS“ und Stichwortlisten Biologie, Chemie, Physik, Mathematik (offizielle Unterlagen MedAT 2026 im Virtuellen Medizinischen Campus) – Medizinische Universität Graz, Virtueller Medizinischer Campus (VMC); abgerufen am 19.10.2026
- Informationsbroschüren und Ausfüllvorschriften zu den KFF- und SEK-Aufgabengruppen (offizielle Unterlagen MedAT 2026 im Virtuellen Medizinischen Campus) – Medizinische Universität Graz, Virtueller Medizinischer Campus (VMC); abgerufen am 19.10.2026
- „Drahtbiegen“ und „Formen spiegeln“ (offizielle Unterlagen zum Test der manuellen Fertigkeiten, MedAT-Z 2026, im Virtuellen Medizinischen Campus) – Medizinische Universitäten Wien, Innsbruck und Graz, Virtueller Medizinischer Campus (VMC); abgerufen am 19.10.2026
- „Bearbeiten des Antwortbogens“ und „Bearbeiten von MC-Fragen“ (offizielle Unterlagen MedAT 2026 im Virtuellen Medizinischen Campus, nach kostenloser Registrierung) – Medizinische Universität Graz, Virtueller Medizinischer Campus (VMC); abgerufen am 19.10.2026
- „Zusammensetzung und Dauer der Testteile – MedAT-H 2026“ (offizielle Unterlage im Virtuellen Medizinischen Campus, nach kostenloser Registrierung) – Medizinische Universität Graz, Virtueller Medizinischer Campus (VMC); abgerufen am 19.10.2026
- Verordnung über die Zulassungsbeschränkung zu den Diplomstudien Human- und Zahnmedizin für das Studienjahr 2026/2027 – Medizinische Universität Wien, Mitteilungsblatt 2025/26, 10. Stück, Nr. 15, 09.12.2025; abgerufen am 18.10.2026
- Universitätsgesetz 2002, § 71c (Zugang zu Human- und Zahnmedizin, Quote, gewidmete Plätze) – Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS), 01.11.2025; abgerufen am 18.10.2026
- Bachelorstudium Humanmedizin: Anmeldung und Aufnahmeverfahren – Johannes Kepler Universität Linz; abgerufen am 19.10.2026
- Informationen für abgelehnte Studienwerber (Seite für Bewerber ohne Studienplatzangebot) – medizinstudieren.at; abgerufen am 20.10.2026
- Fairness als zentrale Herausforderung moderner Aufnahmeverfahren (Arendasy u. a.), Zeitschrift für Hochschulentwicklung 13(4), S. 37–55 – Zeitschrift für Hochschulentwicklung (ZfHE), 01.12.2018; abgerufen am 20.10.2026
- Medizinstudium: 12.400 Bewerbungen für 1.900 Plätze – science.ORF.at (APA), 04.07.2025; abgerufen am 18.10.2026 (Medienbericht)