MedAT oder TMS: Welcher Test passt zu Dir?
Von der Redaktion · fachlich geprüft von Hendrik Loll · Stand: 20.10.2026
MedAT vs. TMS ist vor allem eine Frage des Landes: In Österreich entscheidet der MedAT allein über einen Platz an den öffentlichen Medizin-Universitäten. In Deutschland ist der TMS ein Kriterium neben der Abiturnote; im Auswahlverfahren der Hochschulen bringt er im Median höchstens 35 von 100 Punkten. Ab Mai 2027 heißt der deutsche Test TMSnat.
Beide Tests prüfen Textverständnis, Merkfähigkeit und logisches Denken. Sonst unterscheiden sie sich in fast allem: im Fachwissen, in der Auswertung, in der Wiederholbarkeit und darin, was das Ergebnis für Deine Zulassung bedeutet.
| MedAT-H | TMS / TMSnat | |
|---|---|---|
| Land und Zweck | Österreich, öffentliche Universitäten: Zulassung zu Human- und Zahnmedizin | Deutschland: ein Kriterium unter mehreren bei der Vergabe über hochschulstart |
| Termine | ein Testtag im Juli (2026: 03.07.2026, 2027 voraussichtlich 09.07.2027) | zwei Durchgänge im Jahr; letzter TMS 07.11.2026/08.11.2026, erster TMSnat voraussichtlich 08.05.2027/09.05.2027 |
| Kosten | 110 € (2026) | 100 € |
| Umfang | 221 Aufgaben, 258 Minuten Bearbeitungszeit (MedAT-H 2026) | TMS: 184 Aufgaben, 307 Minuten; TMSnat geplant: 156 Aufgaben, 298 Minuten |
| Fachwissen | ja: Biologie, Chemie, Physik, Mathematik (40 % des Gesamtwerts) | TMS: nein; TMSnat: ja, „Naturwissenschaftliche Kenntnisse“ mit 40 Aufgaben |
| Soziale Kompetenzen | ja, Sozial-emotionale Kompetenzen (10 %) | nein |
| Gewichtung der Teile | fest: BMS 40 %, Textverständnis 10 %, kognitive Fähigkeiten 40 %, SEK 10 % | TMS: alle Aufgabengruppen gleich; TMSnat: nach Zahl der gewerteten Aufgaben |
| Ergebnis | Gesamtwert in Prozent, ohne Normierung; Rang je Standort | Standardwert (Mittel 100, Streuung 10), Prozentrang; beim TMS zusätzlich ein Notenäquivalent |
| Wiederholung | unbegrenzt, jedes Jahr neu; altes Ergebnis verfällt | TMS: einmal binnen zwölf Monaten, beide Ergebnisse gültig; TMSnat: beliebig oft |
| Teilnahme | mit Reifezeugnis oder in der Abschlussklasse | mit Hochschulzugangsberechtigung oder ab dem vorletzten Schuljahr (TMS); TMSnat noch nicht geregelt |
| Gewicht bei der Zulassung | 100 %: der Rang entscheidet allein | je Uni verschieden: im Auswahlverfahren der Hochschulen im Median bis zu 35 von 100 Punkten, in der Eignungsquote bis zu 60 |
Was prüfen MedAT und TMS?
Der MedAT-H besteht aus vier Teilen mit fester Gewichtung. Der größte Block ist der Basiskenntnistest mit Fragen zu Biologie, Chemie, Physik und Mathematik auf Schulniveau, er macht 40 % des Gesamtwerts aus. Gleich viel zählen die kognitiven Fähigkeiten, also Figuren zusammensetzen, Gedächtnis, Zahlenfolgen, Wortflüssigkeit und Implikationen erkennen. Textverständnis und sozial-emotionale Kompetenzen bringen je 10 %. Die Einzelheiten stehen unter MedAT-Auswertung.
Der TMS in seiner bisherigen Form fragt kein Fachwissen ab. Seine acht Aufgabengruppen, von Muster zuordnen über Schlauchfiguren bis zu Diagrammen und Tabellen, zielen auf Studierfähigkeit. Alle Gruppen zählen gleich viel.
Was ändert sich mit dem TMSnat?
Der TMSnat führt Aufgaben aus dem TMS und aus dem Hamburger HAM-Nat zusammen. Nach dem Planungsstand vom Juni 2026 entfallen Muster zuordnen, Schlauchfiguren und Figuren lernen. Neu sind „Naturwissenschaftliche Kenntnisse“ mit 40 Aufgaben in 60 Minuten und „Arithmetisches Problemlösen“. Damit nähert sich der deutsche Test dem MedAT an: Auch hier zählt dann Schulwissen in den Naturwissenschaften, und weil die Satzung die Aufgabengruppen nach der Zahl ihrer gewerteten Aufgaben gewichtet, dürfte der Wissensteil mit doppelt so vielen Aufgaben wie die übrigen Gruppen am stärksten zählen (unsere Lesart; die genaue Zahl gewerteter Aufgaben ist nicht veröffentlicht).
| TMS (bis Herbst 2026) | Aufgaben | Minuten |
|---|---|---|
| Muster zuordnen | 24 | 30 |
| Medizinisch-naturwissenschaftliches Grundverständnis | 24 | 60 |
| Schlauchfiguren | 24 | 15 |
| Quantitative und formale Probleme | 24 | 60 |
| Merkfähigkeit: Figuren lernen | 20 | 9 |
| Merkfähigkeit: Fakten lernen | 20 | 13 |
| Textverständnis | 24 | 60 |
| Diagramme und Tabellen | 24 | 60 |
| TMSnat (geplant ab Mai 2027) | Aufgaben | Minuten |
|---|---|---|
| Naturwissenschaftliche Kenntnisse | 40 | 60 |
| Medizinisch-naturwissenschaftliches Grundverständnis | 20 | 50 |
| Quantitative und formale Probleme | 20 | 50 |
| Fakten lernen | 20 | 13 |
| Textverständnis | 20 | 50 |
| Diagramme und Tabellen | 20 | 50 |
| Arithmetisches Problemlösen | 16 | 25 |
Wie viel zählt der Test für die Zulassung?
Hier liegt der eigentliche Unterschied. In Österreich gibt es nur eine Rangliste je Standort und Studium, gereiht nach dem MedAT-Gesamtwert. Abiturnote, Wartezeit oder eine Ausbildung zählen nicht. Wer weit genug vorn liegt, bekommt den Platz.
In Deutschland verteilt hochschulstart die Plätze in Humanmedizin über drei Hauptquoten. In der Abiturbestenquote (30 Prozent) zählt nur die Abiturnote, der TMS spielt keine Rolle. In der Zusätzlichen Eignungsquote (10 Prozent) zählt die Note gar nicht; dort sind für den TMS im Median bis zu 60 von 100 Punkten zu holen, bei 7 Studienangeboten sogar alle 100. Im Auswahlverfahren der Hochschulen (60 Prozent) kombinieren die Universitäten Note, Test und weitere Kriterien. Der Test muss dort berücksichtigt werden, aber wie stark, entscheidet jede Uni selbst:
- 40 der 42 Humanmedizin-Angebote zum Wintersemester 2026/27 berücksichtigen den TMS, Hamburg und Magdeburg stattdessen den HAM-Nat.
- In der jeweils größten Unterquote gibt es für den TMS höchstens zwischen 0 und 70 von 100 Punkten, im Median 35.
- Der Rest entfällt vor allem auf die Abiturnote, dazu auf Berufsausbildungen, Dienste oder Preise.
Das ist eine eigene Auswertung der offiziellen Übersicht, die hochschulstart jedes Semester veröffentlicht. Wie viel ein TMS-Ergebnis an einer bestimmten Uni bringt, steht dort im Detail. Ab dem Wintersemester 2027/28 legt jede Uni außerdem fest, wie lange sie alte TMS-Ergebnisse neben dem TMSnat noch anerkennt.
Wie oft darfst Du MedAT und TMS wiederholen?
Den MedAT so oft Du willst. § 65b Abs. 2 des Universitätsgesetzes erklärt Aufnahmeverfahren für „unbeschränkt wiederholbar“. Der Haken: Jedes Jahr zählt nur das aktuelle Ergebnis, ein guter Wert aus dem Vorjahr hilft Dir nicht.
Beim TMS ist es umgekehrt. Bis 2026 durfte man ihn nur einmal wiederholen, und zwar innerhalb von zwölf Monaten nach dem ersten Versuch. Dafür bleiben beide Ergebnisse gültig, Du wählst das bessere für die Bewerbung, und ein TMS-Ergebnis gilt laut Koordinationsstelle wie ein Abiturzeugnis dauerhaft. Der TMSnat darf beliebig oft wiederholt werden, auch von allen, die den alten TMS schon zweimal geschrieben haben.
Solltest Du beide Tests schreiben?
Wenn Du Dich in beiden Ländern bewerben willst, kommst Du nicht darum herum: Ein MedAT-Ergebnis zählt in Deutschland nicht, ein TMS-Ergebnis nicht in Österreich. Im Kalender passen beide Tests hintereinander:
- 07.11.2026/08.11.2026: letzter TMS; die Anmeldung dafür ist abgeschlossen. Ergebnisse ab 18.12.2026, also vor dem Bewerbungsschluss für das Sommersemester 2027 am 15.01.2027.
- Februar 2027: Anmeldung zum TMSnat (voraussichtlich).
- 01.03.2027 – 31.03.2027: Anmeldung zum MedAT 2027 (voraussichtlich).
- 08.05.2027/09.05.2027: erster TMSnat (geplant).
- 09.07.2027: MedAT 2027 (voraussichtlich).
Inhaltlich hilft die Vorbereitung auf den einen Test beim anderen, mit dem TMSnat mehr als bisher: Beide verlangen dann naturwissenschaftliches Schulwissen, beide prüfen Textverständnis und das Einprägen von Fakten. Eigene Aufgabenformate wie die sozial-emotionalen Kompetenzen im MedAT oder Diagramme und Tabellen im TMS musst Du trotzdem getrennt üben. Wie die Bewerbungsfristen beider Länder zusammenpassen, steht unter parallel in Deutschland bewerben.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen MedAT und TMS?
Der MedAT ist der Aufnahmetest der öffentlichen Medizin-Universitäten in Österreich und entscheidet dort allein über den Studienplatz. Der TMS ist ein deutscher Studieneignungstest, der bei der Vergabe über hochschulstart als eines von mehreren Kriterien zählt, neben der Abiturnote. Der MedAT prüft zusätzlich Schulwissen in Biologie, Chemie, Physik und Mathematik.
Wird der MedAT in Deutschland anerkannt oder der TMS in Österreich?
Nein. Die österreichischen Universitäten reihen nur nach dem MedAT, und die TMS-Koordinationsstelle schreibt, dass nur ein in Deutschland absolvierter TMS angerechnet wird. Wer in beiden Ländern antreten will, schreibt beide Tests.
Gibt es den TMS 2027 noch?
Nicht in der bisherigen Form. Der Herbst-TMS am 07.11.2026 und 08.11.2026 ist der letzte. Ab 2027 ersetzt ihn der TMSnat, der Aufgaben aus TMS und HAM-Nat zusammenführt. Die erste Durchführung ist für den 08.05.2027/09.05.2027 geplant, die Anmeldung voraussichtlich ab Februar 2027.
Welcher Test ist schwerer, MedAT oder TMS?
Das lässt sich nicht seriös vergleichen, weil die Ergebnisse auf verschiedenen Skalen und für verschiedene Zwecke berechnet werden. Belegbar ist: Der MedAT verlangt Fachwissen, der bisherige TMS nicht. Mit dem TMSnat kommt ein Wissensteil in Naturwissenschaften dazu.
Quellen
Alle Angaben geprüft am 20.10.2026. Medienberichte sind als solche gekennzeichnet.
- Verordnung über die Testinhalte und die Testauswertung MedAT 2026 – Medizinische Universität Wien, Mitteilungsblatt 2025/26, 11. Stück, Nr. 16, 09.12.2025; abgerufen am 18.10.2026
- „Zusammensetzung und Dauer der Testteile – MedAT-H 2026“ (offizielle Unterlage im Virtuellen Medizinischen Campus, nach kostenloser Registrierung) – Medizinische Universität Graz, Virtueller Medizinischer Campus (VMC); abgerufen am 19.10.2026
- Basic-Infos: Der MedAT (Abschnitt „Fristen und Termine“) – medizinstudieren.at (gemeinsame Seite der Medizinischen Universitäten Wien, Innsbruck, Graz und der JKU Linz); abgerufen am 19.10.2026
- Universitätsgesetz 2002, geltende Fassung (u. a. §§ 63, 64, 65, 65b) – Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS); abgerufen am 18.10.2026
- Über den TMS: Aufbau, Aufgabengruppen, Teilnahmeberechtigung – TMS-Koordinationsstelle, Medizinische Fakultät Heidelberg, 28.01.2026; abgerufen am 19.10.2026
- Ergebnis und Auswertung (Punkte, Standardwert, Prozentrang, Notenäquivalent) – TMS-Koordinationsstelle, Medizinische Fakultät Heidelberg, 09.12.2024; abgerufen am 19.10.2026
- Wiederholung des TMS – TMS-Koordinationsstelle, Medizinische Fakultät Heidelberg, 27.07.2026; abgerufen am 19.10.2026
- Häufige Fragen zum TMS (u. a. Anrechnung, Gültigkeit, Gewichtung) – TMS-Koordinationsstelle, Medizinische Fakultät Heidelberg, 29.07.2026; abgerufen am 19.10.2026
- Fristen und Termine TMS 2026 – TMS-Koordinationsstelle, Medizinische Fakultät Heidelberg, 08.11.2025; abgerufen am 19.10.2026
- Bezahlung der Gebühren (Testgebühr 100 €) – TMS-Koordinationsstelle, Medizinische Fakultät Heidelberg, 19.01.2026; abgerufen am 19.10.2026
- Weiterentwicklung der Studierendenauswahltests für Medizinische Fächer (TMSnat ab 2027) – TMS-Koordinationsstelle, Medizinische Fakultät Heidelberg, 26.06.2026; abgerufen am 19.10.2026
- Geplante Zusammensetzung des TMSnat – TMS-Koordinationsstelle, Medizinische Fakultät Heidelberg, 26.06.2026; abgerufen am 19.10.2026
- Satzung zur Durchführung des Studieneignungstests TMSnat vom 03.02.2026 (Lesefassung) – Universität Heidelberg, 03.02.2026; abgerufen am 20.10.2026
- Satzung zur Durchführung des Tests für medizinische Studiengänge vom 08.12.2022 (Lesefassung) – Universität Heidelberg, 08.12.2022; abgerufen am 20.10.2026
- Quotenmodell des Zentralen Vergabeverfahrens (Abiturbestenquote, ZEQ, AdH) – Stiftung für Hochschulzulassung (hochschulstart.de); abgerufen am 20.10.2026
- Auswahlkriterien im Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH-Quote), Wintersemester 2026/27 – Stiftung für Hochschulzulassung (hochschulstart.de), 10.04.2026; abgerufen am 20.10.2026
- Auswahlkriterien der Hochschulen in der Zusätzlichen Eignungsquote (ZEQ), Wintersemester 2026/27 – Stiftung für Hochschulzulassung (hochschulstart.de), 10.04.2026; abgerufen am 20.10.2026
- Startseite: Bewerbungsphase Sommersemester 2027, Studieneignungstests – Stiftung für Hochschulzulassung (hochschulstart.de); abgerufen am 19.10.2026
- Termine und Fristen, Bewerbung Sommersemester 2027 – Stiftung für Hochschulzulassung (hochschulstart.de); abgerufen am 19.10.2026