MedAT wiederholen: was Wiederholer wissen sollten
Von der Redaktion · fachlich geprüft von Hendrik Loll · Stand: 20.10.2026
Den MedAT wiederholen kannst Du so oft Du willst: § 65b Abs. 2 des Universitätsgesetzes erklärt Aufnahmeverfahren für „unbeschränkt wiederholbar“, und Wiederholer werden wie Erstteilnehmer behandelt. Du meldest Dich jedes Jahr im März neu an, zahlst erneut (2026: 110 Euro) und kannst dabei den Standort wechseln. Das alte Ergebnis zählt nicht mehr.
Wiederholen ist beim MedAT kein Sonderfall. Die Universitäten schreiben selbst, dass viele Bewerber mehrmals antreten und nach einem erneuten Versuch einen Platz bekommen. Entscheidend ist, was Du beim nächsten Mal anders machst.
Wie oft darf man den MedAT wiederholen?
Ohne Grenze. Das Gesetz sagt es knapp, die Verordnungen aller vier Standorte wiederholen es: Wer in einem Jahr nicht zugelassen wird, kann sich in den folgenden Jahren erneut beteiligen und wird behandelt wie jemand, der zum ersten Mal antritt. Das heißt auch: Es gibt keinen Bonus für Ausdauer und keinen Abzug für frühere Versuche. Die Universitäten sehen bei der Auswertung nur das Ergebnis dieses einen Testtags.
Begrenzt ist nur die Frequenz. Der MedAT findet einmal im Jahr statt, Anfang Juli, an allen Standorten gleichzeitig. Ein zweiter Termin im selben Jahr oder ein Nachschreiben nach Krankheit ist ausgeschlossen.
Was beim zweiten Versuch neu ist
- Neue Anmeldung: Die Bearbeitungsnummer aus dem Vorjahr gilt nicht mehr. Du registrierst Dich im März 2027 neu, voraussichtlich vom 01.03.2027 bis 31.03.2027, und bekommst eine neue Nummer. Wie das geht, steht unter MedAT-Anmeldung.
- Neuer Kostenbeitrag: 110 Euro je Versuch; für 2027 nennt die MedUni Graz wieder 110 Euro.
- Neues VMC-Konto: Die Konten im Virtuellen Medizinischen Campus werden jedes Jahr Anfang Herbst gelöscht. Die aktualisierten Unterlagen kommen laut den Universitäten vor bzw. mit Beginn der Anmeldephase.
- Neue Standortwahl: Du bist an die Wahl des Vorjahres nicht gebunden, weder beim Standort noch beim Studium.
Lohnt es sich, den MedAT zu wiederholen?
Rechtlich spricht nichts dagegen, praktisch hängt es vom Abstand ab. Und hier hilft eine Eigenheit des MedAT: Der Gesamtwert wird nicht normiert, also schwankt die Grenze mit der Schwierigkeit des jeweiligen Tests und mit der Konkurrenz. Wer knapp gescheitert ist, kann im nächsten Jahr mit demselben Leistungsniveau durchkommen.
Ein Beispiel aus den amtlichen Endständen (eigene Rechnung): Mit 72 Prozent Gesamtwert in der Humanmedizin hätte es
| Testjahr | gereicht in |
|---|---|
| 2021 | keinem Standort |
| 2022 | Graz, Innsbruck, Linz |
| 2023 | Innsbruck, Linz |
| 2024 | Wien, Graz, Innsbruck, Linz |
| 2025 | Innsbruck, Linz |
Derselbe Wert reichte 2024 an allen vier Standorten, 2021 an keinem. Daraus folgt umgekehrt: Wer acht oder zehn Prozentpunkte unter allen Grenzen lag, wird mit Glück allein nicht durchkommen und muss wirklich zulegen. Prüf Deinen eigenen Wert im MedAT-Rechner; er zeigt für jeden Standort, in wie vielen Jahren er gereicht hätte.
Schwerer geworden ist der Test laut den Universitäten nicht: Die Aufgabenschwierigkeit habe sich über die Jahre empirisch belegbar nicht grundlegend verändert. Gesunken sei die Erfolgswahrscheinlichkeit, weil die Zahl der Bewerber stärker wuchs als die Zahl der Plätze. Seit 2021 hat sich das Verhältnis allerdings leicht entspannt: 2021 kamen 17.823 Anmeldungen auf 1.740 Plätze, 2026 16.880 auf 1.950, also 10,2 bzw. 8,7 Anmeldungen je Platz (eigene Rechnung).
Den Standort wechseln: der unterschätzte Hebel
Die Reihenfolge der Standorte war 2021 bis 2025 in jedem Jahr dieselbe, die Abstände blieben stabil. Im Mittel lagen die Grenzen so:
| Standort | Mittel 2021–2025 | Abstand zum Jahresmittel aller Standorte |
|---|---|---|
| Wien | 76,5 % | +4,7 Pp. |
| Graz | 72,5 % | +0,7 Pp. |
| Innsbruck | 69,6 % | -2,1 Pp. |
| Linz | 68,5 % | -3,3 Pp. |
Zwischen Wien und Linz liegen damit im Schnitt rund 8,0 Prozentpunkte. Das entspricht rund 19 zusätzlichen richtigen Antworten im Basiskenntnistest (eigene Rechnung). Für einen Wechsel sprechen also nackte Zahlen; dagegen können Wohnort, Kosten und der Aufbau des Studiums sprechen. Linz bietet ein Bachelor- und Masterstudium an, dessen erste vier Semester Du in Linz oder Graz verbringst. Die Abwägung steht unter MedAT-Standort wählen.
Wo Du beim nächsten Mal Punkte holst
Bevor Du neu lernst, lohnt ein Blick zurück. Innerhalb von drei Monaten nach dem Ergebnis kannst Du Einsicht in Antwortbögen, Testhefte und Auswertungsprotokolle nehmen, online und bei Bedarf vor Ort. Dort siehst Du, wo Du Punkte verloren hast, auch durch Ausfüllfehler, die nichts mit Wissen zu tun haben. Wie die Einsicht abläuft, steht unter MedAT-Ergebnis.
Danach entscheidet die Gewichtung. Eine richtige Antwort im Textverständnis ist im MedAT-H rund 0,83 Prozentpunkte Gesamtwert wert, fast doppelt so viel wie eine im Basiskenntnistest. Bei den sozial-emotionalen Kompetenzen kosten unvollständige Markierungen ganze Aufgaben. Die Rechnung je Testteil zeigt die Seite MedAT-Auswertung, was die Universitäten kostenlos zur Vorbereitung bereitstellen, die Seite MedAT-Vorbereitung.
Die Zeit bis zum nächsten Versuch nutzen
Zwischen Ergebnis im August und Test im Juli liegt fast ein Jahr. Du musst es nicht mit reinem Lernen füllen. Ein anderes Studium schließt die Teilnahme am MedAT nicht aus; erst mit mindestens 180 ECTS-Punkten aus Human- oder Zahnmedizin (Linz: 150) käme statt des Tests ein Quereinstieg in Frage. Gleichwertige Leistungen kannst Du Dir nach einer Zulassung anrechnen lassen, vorab prüfen die Universitäten das nicht.
Wer parallel in Deutschland einsteigen will, findet die Fristen und Wege unter Plan B zum MedAT, Privatunis und Quereinstieg unter MedAT nicht geschafft.
Häufige Fragen
Wie oft darf man den MedAT wiederholen?
Unbegrenzt. Das Universitätsgesetz sagt: „Aufnahmeverfahren für Studien sind unbeschränkt wiederholbar.“ Pro Jahr gibt es einen Termin; Du kannst also jedes Jahr einmal antreten.
Werden Wiederholer beim MedAT schlechter gestellt?
Nein. Alle Verordnungen schreiben vor, dass Wiederholer genauso behandelt werden wie Erstteilnehmer. Frühere Versuche tauchen in der Auswertung nicht auf, weder als Bonus noch als Malus.
Kann ich mein MedAT-Ergebnis ins nächste Jahr mitnehmen?
Nein. Das Ergebnis gilt nur für das Studienjahr, für das Du angetreten bist. Wer einen Platz erhält und ihn aus wichtigem Grund nicht antreten kann, etwa wegen Präsenz- oder Zivildienst, kann sich nach der Zulassung beurlauben lassen.
Darf ich beim zweiten Versuch den Standort wechseln?
Ja. Bei jeder neuen Anmeldung wählst Du Standort und Studium neu. Zwischen 2021 und 2025 lag die Grenze in Linz im Schnitt rund 8 Prozentpunkte unter der in Wien.
Darf ich zwischen zwei Versuchen etwas anderes studieren?
Ja. Ein anderes Studium hindert Dich nicht an der Teilnahme. Erst mit mindestens 180 ECTS-Punkten aus Human- oder Zahnmedizin (in Linz 150) wäre statt des MedAT ein Quereinstieg möglich. Leistungen lassen sich nach der Zulassung anrechnen, wenn sie gleichwertig sind.
Quellen
Alle Angaben geprüft am 20.10.2026. Medienberichte sind als solche gekennzeichnet.
- Universitätsgesetz 2002, geltende Fassung (u. a. §§ 63, 64, 65, 65b) – Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS); abgerufen am 18.10.2026
- Verordnung über die Zulassungsbeschränkung zu den Diplomstudien Human- und Zahnmedizin für das Studienjahr 2026/2027 – Medizinische Universität Wien, Mitteilungsblatt 2025/26, 10. Stück, Nr. 15, 09.12.2025; abgerufen am 18.10.2026
- Verordnung über die Zulassungsbeschränkung zum Diplomstudium Humanmedizin für das Studienjahr 2026/2027 – Medizinische Universität Innsbruck, Mitteilungsblatt 2025/26, 20. Stück, 21.01.2026; abgerufen am 18.10.2026
- Verordnungen über die Zulassung (RN 61) und die Testinhalte (RN 62) für Human- und Zahnmedizin 2026/27 – Medizinische Universität Graz, Mitteilungsblatt 2025/26, 14. Stück, 17.12.2025; abgerufen am 18.10.2026
- Verordnung über Zugangsbeschränkungen zum gemeinsamen Bachelorstudium Humanmedizin (UK 033/303) im Studienjahr 2026/27 – Johannes Kepler Universität Linz, Mitteilungsblatt vom 07.01.2026, 1. Stück, Pkt. 1, 07.01.2026; abgerufen am 18.10.2026
- Basic-Infos: Der MedAT (Abschnitt „Fristen und Termine“) – medizinstudieren.at (gemeinsame Seite der Medizinischen Universitäten Wien, Innsbruck, Graz und der JKU Linz); abgerufen am 19.10.2026
- FAQ – häufig gestellte Fragen – medizinstudieren.at; abgerufen am 18.10.2026
- Internet-Anmeldung zum MedAT – medizinstudieren.at; abgerufen am 18.10.2026
- Informationen für abgelehnte Studienwerber (Seite für Bewerber ohne Studienplatzangebot) – medizinstudieren.at; abgerufen am 20.10.2026
- MedAT-Mythen – medizinstudieren.at; abgerufen am 20.10.2026
- Vorbereitungsunterlagen – medizinstudieren.at; abgerufen am 18.10.2026
- Testeinsicht – medizinstudieren.at; abgerufen am 20.10.2026
- Informationen zur Zulassung – medizinstudieren.at; abgerufen am 18.10.2026
- Aufnahmeverfahren: Häufig gestellte Fragen – Medizinische Universität Graz; abgerufen am 19.10.2026
- Stellungnahme der Medizinischen Universität Wien (Beilage zu 5452/AB XXVIII. GP) – Medizinische Universität Wien, 02.06.2026; abgerufen am 18.10.2026
- Stellungnahme der Medizinischen Universität Innsbruck (Beilage zu 5452/AB XXVIII. GP) – Medizinische Universität Innsbruck, 02.06.2026; abgerufen am 18.10.2026
- Stellungnahme der Medizinischen Universität Graz (Beilage zu 5452/AB XXVIII. GP) – Medizinische Universität Graz, 01.06.2026; abgerufen am 18.10.2026
- Stellungnahme der Johannes Kepler Universität Linz (Beilage zu 5452/AB XXVIII. GP) – Johannes Kepler Universität Linz; abgerufen am 18.10.2026
- Presseaussendung MedAT 2021: Anmeldezahlen – Medizinische Universität Wien, 20.04.2021; abgerufen am 18.10.2026
- MedAT: Aufnahmeverfahren zum Medizinstudium – 16.880 Anmeldungen (gemeinsame Aussendung) – Medizinische Universität Wien, 16.04.2026; abgerufen am 18.10.2026
- „Zusammensetzung und Dauer der Testteile – MedAT-H 2026“ (offizielle Unterlage im Virtuellen Medizinischen Campus, nach kostenloser Registrierung) – Medizinische Universität Graz, Virtueller Medizinischer Campus (VMC); abgerufen am 19.10.2026
- Aufnahmeverfahren: Termine & Anmeldung (Studienjahr 2027/28) – Medizinische Universität Graz; abgerufen am 19.10.2026