Kosten Medizinstudium Österreich: was Du pro Monat einplanen solltest
Von der Redaktion · fachlich geprüft von Hendrik Loll · Stand: 19.10.2026
Die Kosten für ein Medizinstudium in Österreich liegen an einer öffentlichen Universität bei rund 1.300 Euro im Monat. So viel setzt der OeAD als Richtwert für Miete, Essen und Alltag an. Studiengebühren zahlst Du als EU-Bürger in der Regelzeit nicht, nur 26,20 Euro ÖH-Beitrag pro Semester. An einer Privatuni kommen 1.833 bis 2.363 Euro Studiengebühr im Monat dazu.
Der größte Unterschied zwischen den Wegen ist also nicht die Stadt, sondern die Frage, ob Du über den MedAT einen Platz an einer öffentlichen Universität bekommst. Die Tabelle stellt beide Varianten Posten für Posten nebeneinander, jeweils mit Quelle.
Welche Kosten hat ein Medizinstudium in Österreich?
Alle Beträge sind amtliche Angaben oder Preise der Universitäten und Verkehrsverbünde, Stand Oktober 2026. Wo wir Semester- oder Jahrespreise auf einen Monat umrechnen, ist das als eigene Rechnung gekennzeichnet.
| Posten | Öffentliche Uni (Wien, Graz, Innsbruck, Linz) | Privatuni (DPU, SFU, PMU, KL) |
|---|---|---|
| Studiengebühr | 0 € innerhalb der vorgesehenen Studienzeit plus zwei Semester; danach 363,36 € pro Semester (§ 91 UG) | 1.833 € bis 2.363 € pro Monat (eigene Rechnung aus den Gebühren der Unis) |
| ÖH-Beitrag | 26,20 € pro Semester, rund 4,37 € im Monat (eigene Rechnung) | wird laut PMU und DPU zusätzlich zur Studiengebühr fällig |
| Aufnahmeverfahren (einmalig, je Versuch) | MedAT: 110 € Kostenbeitrag (2026) | 290 € bis 850 € Bewerbungs- oder Testgebühr |
| Miete | Wohnheimplatz laut OeAD 450 € bis 700 € im Monat; eine 30-m²-Wohnung zum Durchschnitt neuer Mietverträge rund 372 € (eigene Rechnung, 12,4 €/m² inklusive Betriebskosten) | |
| Essen | rund 300 € im Monat (OeAD) | |
| Studium und persönliche Ausgaben | rund 500 € im Monat für Bücher, Mobilität, Freizeit (OeAD) | |
| Öffi-Ticket für Studenten | 14,83 € bis 33,25 € im Monat, je nach Stadt und Alter (eigene Rechnung, Einzelpreise siehe unten) | |
| Krankenversicherung | meist 0 €, wenn Deine deutsche Krankenversicherung weiterläuft (etwa Familienversicherung); sonst studentische Selbstversicherung der ÖGK 78,84 € im Monat | |
| Anmeldebescheinigung (einmalig) | 44 € in Wien, Pflicht bei mehr als drei Monaten Aufenthalt | |
| Summe pro Monat | rund 1.300 € (OeAD-Richtwert) | rund 3.100 € bis 3.700 € (eigene Rechnung) |
Zwei Posten verdienen einen zweiten Blick. Der OeAD rechnet mit einem Wohnheimplatz, nicht mit einer eigenen Wohnung; wer allein wohnen will, liegt in Wien oder Innsbruck schnell über 1.300 Euro. Und die Krankenversicherung kostet nur dann nichts, wenn Deine Kasse in Deutschland Dich weiter versichert. Die Deutsche Verbindungsstelle Krankenversicherung geht davon aus, dass der Lebensmittelpunkt bei einem Studium im EU-Ausland meist in Deutschland bleibt, auch für ein ganzes Studium. Klär das vor dem Umzug mit Deiner Kasse; die Einzelheiten stehen unter Umzug, Meldezettel und Krankenversicherung.
Was kostet das ganze Studium?
Rechnet man den OeAD-Richtwert über zwölf Semester hoch, kommt man an einer öffentlichen Universität auf rund 93.600 Euro für 72 Monate (eigene Rechnung, ohne Preissteigerung). Studiengebühren sind darin nicht enthalten, weil keine anfallen, solange Du im Zeitplan bleibst.
An einer Privatuni ist die Rechnung eine andere. Allein die Studiengebühren reichen von rund 113.000 Euro an der Paracelsus Medizinische Privatuniversität bis rund 170.000 Euro an der Sigmund Freud PrivatUniversität. Mit Lebenshaltung ergibt das 191.000 bis 264.000 Euro. Die PMU liegt in der Summe vorn, weil ihr Humanmedizinstudium nur zehn Semester dauert; ihre Jahresgebühr ist fast so hoch wie an der KL.
| Privatuni | Semester | Studiengebühr gesamt | pro Monat | mit Lebenshaltung gesamt |
|---|---|---|---|---|
| Danube Private University (DPU) | 12 | 170.100 € | 2.363 € | 264.000 € |
| Sigmund Freud PrivatUniversität (SFU) | 12 | 170.148 € | 2.363 € | 264.000 € |
| Paracelsus Medizinische Privatuniversität (PMU) | 10 | 113.079 € | 1.885 € | 191.000 € |
| Karl Landsteiner Privatuniversität (KL) | 12 | 132.000 € | 1.833 € | 226.000 € |
Wer über eine Privatuni nachdenkt, sollte die Summe neben die Alternative stellen, den MedAT ein zweites Mal zu schreiben. Ein weiteres Jahr Vorbereitung kostet den Kostenbeitrag von 110 Euro und die eigene Zeit. Wie realistisch ein zweiter Versuch ist, steht unter MedAT nicht geschafft; Verfahren und Akkreditierung der vier Häuser vergleicht die Seite Privatunis in Österreich.
Wie unterscheiden sich die Standorte?
Amtliche Mieten gibt es nur je Bundesland, nicht je Stadt. Für die vier MedAT-Standorte ergibt sich folgendes Bild; die 30-m²-Werte sind eine eigene Beispielrechnung mit dem Durchschnitt aller bestehenden Mietverhältnisse und liegen deshalb unter dem, was Du bei einem neuen Vertrag zahlst:
| Standort | Miete €/m² | 30 m² (Bestand) | Öffi-Ticket | Ticket pro Monat |
|---|---|---|---|---|
| MedUni Wien | 10,6 | 318 € | Jahreskarte Jugend (Wiener Linien), 300,00 € für 12 Monate (unter 26; digital 294 €) | 25,00 € |
| MedUni Innsbruck | 12,0 | 360 € | Semesterticket Innsbruck, 176,70 € für 6 Monate (Studenten unter 27) | 29,45 € |
| MedUni Graz | 9,8 | 294 € | Top-Ticket Studierende, 199,50 € für 6 Monate (unter 26, ganze Steiermark) | 33,25 € |
| JKU Linz | 9,3 | 279 € | MEGA-Ticket Studierende, 89,00 € für 6 Monate (unter 26 mit Hauptwohnsitz Linz oder Leonding; Aktionspreis befristet bis Ende 2026, regulär 269,60 €) | 14,83 € |
Innsbruck ist bei der Miete der teuerste der vier Standorte, Linz der günstigste, sofern Du dort mit Hauptwohnsitz gemeldet bist: Nur dann gilt das Semesterticket für 89 Euro, und auch dieser Preis ist bis Ende 2026 befristet. Mehr zu Wohnheimen und Mietverträgen steht unter Wohnen im Medizinstudium.
Welche Kosten fallen nur einmal an?
- MedAT-Kostenbeitrag: 110 Euro bei der Anmeldung im März, bei jedem neuen Versuch erneut. Die Termine stehen im Fristen-Cockpit.
- Privatuni-Bewerbung: 290 bis 850 Euro, je nach Universität.
- Anmeldebescheinigung: 44 Euro in Wien, zu beantragen spätestens vier Monate nach der Einreise.
- Kaution und Umzug: Dafür gibt es keine amtlichen Durchschnittswerte. Plane die Kaution aus Deinem Mietvertrag fest ein, bevor das erste BAföG kommt.
Wie lässt sich das Studium finanzieren?
Für die meisten Studenten aus Deutschland ist das BAföG die wichtigste Stütze. Ein komplettes Studium in Österreich ist förderfähig, und zwar ohne die Begrenzung auf ein Jahr, die sonst für Auslandsaufenthalte gilt. Wer nicht bei den Eltern wohnt, kann laut dem zuständigen Amt in München bis zu 855 Euro Grundbedarf bekommen, dazu Zuschläge für die Krankenversicherung. Wie Antrag, Zuschläge und Fristen funktionieren, erklärt die Seite BAföG für das Medizinstudium in Österreich.
Die österreichische Studienbeihilfe hilft Dir als Neuankömmling dagegen kaum. EU-Bürger sind nach § 4 Abs. 1a Studienförderungsgesetz nur gleichgestellt, wenn sie in Österreich erwerbstätig sind, ein Daueraufenthaltsrecht haben oder eine „tatsächliche Verbindung zur österreichischen Gesellschaft“ nachweisen. Was das konkret heißt, sagt das Gesetz nicht; das prüft die Stipendienstelle.
Eine Sonderform sind die gewidmeten Studienplätze. Das Burgenland etwa zahlt den Inhabern seiner Plätze 1.000 Euro im Monat, setzt aber einen Wohnsitz im Burgenland voraus und verlangt eine Rückzahlung bei Abbruch. Andere Träger binden Dich für fünf bis acht Jahre an ihre Kliniken.
Häufige Fragen
Wie viel Geld braucht man im Monat für ein Medizinstudium in Österreich?
Der OeAD nennt als Richtwert rund 1.300 Euro im Monat: 450 bis 700 Euro Miete für einen Wohnheimplatz, 300 Euro für Essen und 500 Euro für Studium und persönliche Ausgaben. In Wien und Innsbruck liegt man eher darüber.
Muss ich als Deutscher in Österreich Studiengebühren zahlen?
An den öffentlichen Universitäten nicht, solange Du die vorgesehene Studienzeit um höchstens zwei Semester überschreitest (in Diplomstudien je Studienabschnitt). Danach sind 363,36 Euro pro Semester fällig. Den ÖH-Beitrag von 26,20 Euro zahlst Du jedes Semester.
Was kostet ein Medizinstudium an einer Privatuni in Österreich insgesamt?
Allein die Studiengebühren liegen zwischen rund 113.000 und 170.000 Euro. Mit dem OeAD-Richtwert für die Lebenshaltung kommst Du nach eigener Rechnung auf rund 191.000 bis 264.000 Euro für das ganze Studium.
Bekomme ich BAföG für ein Medizinstudium in Österreich?
Ja, wenn Du die Voraussetzungen erfüllst. Ein komplettes Studium in einem EU-Staat ist nach § 5 Abs. 2 BAföG förderfähig, ohne zeitliche Begrenzung. Zuständig ist für Österreich das Amt für Ausbildungsförderung der Landeshauptstadt München.
Quellen
Alle Angaben geprüft am 19.10.2026. Medienberichte sind als solche gekennzeichnet.
- Lebenshaltungskosten in Österreich – OeAD – Study in Austria; abgerufen am 18.10.2026
- Universitätsgesetz 2002, § 91 (Studienbeitrag) – Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS), 01.07.2025; abgerufen am 19.10.2026
- ÖH-Beitrag – Österreichische Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft (ÖH); abgerufen am 18.10.2026
- Hochschülerinnen- und Hochschülerschaftsgesetz 2014, § 38 (Studierendenbeitrag) – Bundeskanzleramt, Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS); abgerufen am 19.10.2026
- Studienbeitrag (Beitragspflicht, Befreiung, ÖH-Beitrag, Zahlungsmodalitäten) – Medizinische Universität Wien; abgerufen am 19.10.2026
- ÖH- und Studienbeitrag – Johannes Kepler Universität Linz; abgerufen am 19.10.2026
- Verordnung über Zugangsbeschränkungen zum gemeinsamen Bachelorstudium Humanmedizin (UK 033/303) im Studienjahr 2026/27 – Johannes Kepler Universität Linz, Mitteilungsblatt vom 07.01.2026, 1. Stück, Pkt. 1, 07.01.2026; abgerufen am 18.10.2026
- Verordnung über die Zulassungsbeschränkung zu den Diplomstudien Human- und Zahnmedizin für das Studienjahr 2026/2027 – Medizinische Universität Wien, Mitteilungsblatt 2025/26, 10. Stück, Nr. 15, 09.12.2025; abgerufen am 18.10.2026
- Wohnen 2025 (STATreport), Übersichten 3.5 und 3.7 – Statistik Austria, 10.06.2026; abgerufen am 18.10.2026
- Factsheet „Neue Tarifstruktur“ (gültig ab 01.01.2026) – Wiener Linien GmbH & Co KG, 01.01.2026; abgerufen am 18.10.2026
- Tickets für Schule, Lehre und Studium – Verkehrsverbund Tirol; abgerufen am 18.10.2026
- Tarifbestimmungen und Beförderungsbedingungen ab 01.07.2026 – Holding Graz – Graz Linien, 01.07.2026; abgerufen am 18.10.2026
- Ticketfolder, gültig ab 1. Jänner 2026 – LINZ AG LINIEN, 01.01.2026; abgerufen am 18.10.2026
- Studierende und Praktikanten im Ausland – Deutsche Verbindungsstelle Krankenversicherung – Ausland (DVKA); abgerufen am 18.10.2026
- Studentische Selbstversicherung – oesterreich.gv.at (Bundesministerium für Finanzen), 30.03.2026; abgerufen am 19.10.2026
- Anmeldebescheinigung für EWR-Bürger und Schweizer – Stadt Wien (MA 35); abgerufen am 18.10.2026
- Konsekutives Studium Humanmedizin: Studiengebühren – Danube Private University; abgerufen am 18.10.2026
- Konsekutives Studium Humanmedizin: Bewerbung (mit FAQ) – Danube Private University; abgerufen am 18.10.2026
- Studiengang Bachelor Humanmedizin – Sigmund Freud PrivatUniversität Wien; abgerufen am 18.10.2026
- Informationen zu Aufnahme und Zulassung 2026 (Stand Oktober 2025) – Sigmund Freud PrivatUniversität Wien, 01.10.2025; abgerufen am 18.10.2026
- Bachelorstudium Humanmedizin: Studiengebühr, Stipendien, Finanzierung – Paracelsus Medizinische Privatuniversität; abgerufen am 18.10.2026
- Anmeldung und Aufnahme Bachelorstudium Humanmedizin – Paracelsus Medizinische Privatuniversität; abgerufen am 18.10.2026
- Bachelorstudiengang Medical Science – Karl Landsteiner Privatuniversität; abgerufen am 18.10.2026
- Bewerbung – Karl Landsteiner Privatuniversität; abgerufen am 18.10.2026
- Bundesausbildungsförderungsgesetz, § 5 (Ausbildung im Ausland) und § 16 Abs. 3 – gesetze-im-internet.de (Bundesministerium der Justiz), 16.04.2026; abgerufen am 18.10.2026
- BAföG für Hochschule oder Fachhochschule in Österreich – Landeshauptstadt München, Amt für Ausbildungsförderung; abgerufen am 19.10.2026
- Studienförderungsgesetz 1992, § 4 (Gleichgestellte Staatsangehörige) – Bundeskanzleramt, Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS); abgerufen am 19.10.2026
- Förderung von gewidmeten Studienplätzen – Land Burgenland; abgerufen am 19.10.2026