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MedAT-Z kurz erklärt, mit Grenzwerten aus Graz

Von der Redaktion · fachlich geprüft von Hendrik Loll · Stand: 20.10.2026

Der MedAT-Z ist der Aufnahmetest für Zahnmedizin in Wien, Innsbruck und Graz, 2026/27 für zusammen 144 Plätze. Er gewichtet Basiskenntnisse mit 40 %, manuelle Fertigkeiten mit 20 %, kognitive Fähigkeiten mit 30 % und sozial-emotionale Kompetenzen mit 10 %. Eine Quote gibt es nicht. In Graz reichten 2021 bis 2025 59,60 bis 71,57 Prozent.

Die Hälfte des Tests ist identisch mit dem MedAT-H. Der Unterschied liegt in einer Stunde Handarbeit, und die verlangt eine eigene Vorbereitung.

Was unterscheidet den MedAT-Z vom MedAT-H?

MerkmalMedAT-HMedAT-Z
Basiskenntnistest (BMS)40 %, 94 Aufgaben40 %, identisch
Textverständnis10 %, 12 Aufgabenentfällt
Kognitive Fähigkeiten (KFF)40 %, 75 Aufgaben in fünf Untertests30 %, 65 Aufgaben, ohne „Implikationen erkennen“
Manuelle Fertigkeiten (MF)entfällt20 %: Drahtbiegen und Formen spiegeln, je 30 Minuten
Sozial-emotionale Kompetenzen10 %, 40 Aufgaben10 %, identisch
Aufgaben insgesamt221207, davon 8 praktische
reine Bearbeitungszeit258 Minuten273 Minuten
Quoteja (mindestens 75 % österreichische Reifezeugnisse)nein
StandorteWien, Innsbruck, Graz, LinzWien, Innsbruck, Graz
MedAT 2026 laut offiziellen Unterlagen im Virtuellen Medizinischen Campus und den Verordnungen über Testinhalte und Testauswertung.

Weil die kognitiven Fähigkeiten im MedAT-Z weniger zählen und das Textverständnis fehlt, verschiebt sich das Gewicht zu den Händen. Eine richtige KFF-Aufgabe bringt hier rund 0,46 statt 0,53 Prozentpunkte Gesamtwert (eigene Rechnung). Die vollständige Aufstellung aller Untertests steht unter Testteile und Gewichtung.

Drahtbiegen: drei Drähte, keine zweite Chance

In 30 Minuten biegst Du drei federharte Stahldrähte mit 0,7 Millimetern Durchmesser nach Papiervorlagen. Die erste Vorlage zeigt zwei Figuren, die zweite und dritte je drei, insgesamt acht. Der fertige Draht muss flach auf der Vorlage aufliegen. An einem Ende jedes Drahts sitzt ein vorgebogener Referenzring, an dem der Draht später für die Auswertung ausgerichtet wird. Diesen Ring darfst Du nicht verändern, und kürzen darfst Du den Draht auch nicht.

Gestellt werden eine Weingartzange, eine Hohlkehlzange, ein Farbstift zum Markieren der Biegestellen, drei Vorlagen im A4-Format und drei Drähte. Ersatzdrähte und Ersatzvorlagen gibt es ausnahmslos nicht. Eigenes Werkzeug ist verboten. Die Unterlagen empfehlen, nach jeder Biegung auf der Vorlage zu kontrollieren und erst dann zur nächsten Figur überzugehen.

Formen spiegeln: fünf Formen, ein Fineliner

Ebenfalls 30 Minuten hast Du für fünf Vorlagen. Links ist eine Form mit sechs Orientierungspunkten abgebildet, die Du an einer Spiegelachse auf die rechte Seite übertragen sollst; dort sind die sechs Punkte schon an den gespiegelten Positionen vorgegeben, darunter liegt ein Raster mit fünf mal fünf Millimetern. Du zeichnest mit einem schwarzen Fineliner, den die Universität stellt. Das Blatt darfst Du drehen. Lineal, Geodreieck und Zirkel sind verboten, ebenso das Beschriften des Kuverts, in dem die Blätter ausgegeben werden.

Gewertet wird, wie genau Deine Linie über die ganze Strecke mit der Lösung übereinstimmt; Abweichungen werden abgezogen. Eine Form wird gar nicht ausgewertet, wenn Du

  • Linien mehrfach oder verbreitert zeichnest, etwa durch Nachziehen,
  • die Form überzeichnest,
  • zusätzliche Orientierungspunkte ins Raster setzt,
  • im Rasterbereich etwas anderes als die gespiegelte Form einträgst,
  • die Form nicht schließt,
  • das Blatt im Rasterbereich faltest oder knickst oder
  • mit einem anderen Stift als dem gestellten schwarzen Fineliner zeichnest.

Wie werden die manuellen Fertigkeiten bewertet?

Beim Drahtbiegen geht es in zwei Stufen. Zuerst wird aussortiert: Nicht ausgewertet werden Drähte mit weniger als zwei bzw. drei vollständig gebogenen Figuren, Drähte, die nicht der Vorlage entsprechen, und Drähte, die waagrecht oder senkrecht um mehr als fünf Millimeter abweichen. Senkrecht zählt dabei die ganze Drahtlänge, schon eine einzige Wölbung reicht. Danach wird jede Figur in einer Auswertevorrichtung mit einem Raster aus grünen, gelben und roten Feldern geprüft. Grün ist der Toleranzbereich und kostet nichts, berührte rote Felder ziehen mehr ab als gelbe.

Die Verordnung nennt das eine gewichtete binäre Rasterfeldbewertung, deren Ergebnis in einen Punktwert umgerechnet wird. Die Punkte je Feld, die Höchstpunktzahl und das Verhältnis zwischen Drahtbiegen und Formen spiegeln innerhalb der 20 % haben die Universitäten nicht veröffentlicht. Der MedAT-Rechner fragt die manuellen Fertigkeiten deshalb nur als Prozentwert ab.

Warum gibt es beim MedAT-Z keine Quote?

Früher galt die Quote auch für Zahnmedizin. Die Europäische Kommission stellte im Mai 2017 ihr Vertragsverletzungsverfahren gegen Österreich ein und hielt die Quote in der Humanmedizin zum Schutz des Gesundheitssystems für gerechtfertigt, in der Zahnmedizin dagegen nicht, weil kein Mangel an Zahnärzten prognostiziert war. Österreich sollte die Beschränkung rechtzeitig zum Studienjahr 2019/20 aufheben und strich sie laut Rechnungshof mit BGBl. I Nr. 8/2018. Heute nennt § 71c Abs. 5 UG nur noch Humanmedizin und das Masterstudium Psychotherapie.

Für Bewerber aus Deutschland heißt das: In der Zahnmedizin konkurrierst Du auf einer einzigen Liste mit allen anderen, ohne Mindestanteile für österreichische Zeugnisse. In den Grazer Daten sieht man das: 2024 lag der schlechteste erfolgreiche Wert einer Person aus einem anderen EU-Staat unter dem schlechtesten einer Person mit österreichischer Staatsangehörigkeit.

MedAT-Z-Grenzwerte aus Graz

Amtliche Zahnmedizin-Grenzwerte gibt es nur von der MedUni Graz, die sie in ihre Stellungnahme zur Anfragebeantwortung 5452/AB aufgenommen hat. Wien und Innsbruck haben nur Humanmedizin-Werte gemeldet. Die Grazer Reihe zeigt, wie stark ein kleines Fach mit 24 Plätzen schwankt: 59,60 Prozent reichten 2022, 71,57 Prozent brauchte es 2025.

Graz Zahnmedizin · Spanne 59,60–71,57 %
606570758065,3202159,6202263,8202361,7202471,62025Dein Wert
TestjahrGrenze ZahnmedizinGrenze Humanmedizin
202165,31 %76,74 %
202259,60 %71,79 %
202363,80 %73,75 %
202461,65 %66,84 %
202571,57 %73,34 %
MedUni Graz, niedrigster erfolgreicher Gesamtwert (Endstand) laut Stellungnahme in 5452/AB. Achtung: MedAT-Z und MedAT-H werden verschieden gewichtet, die Werte sind nicht direkt vergleichbar.

In allen 5 Jahren lag die Zahnmedizin-Grenze in Graz unter der für Humanmedizin. Daraus folgt nicht, dass Zahnmedizin leichter ist: Der Test ist ein anderer, die Bewerber sind andere, und bei so wenigen Plätzen kann ein einziges starkes Jahr die Grenze stark nach oben ziehen. Mehr zum Standort steht unter Medizin in Graz.

Wie viele bewerben sich für Zahnmedizin?

StandortPlätze ZM 2026/27Anmeldungen ZM 2026Anmeldungen je Platz
Wien801.02112,8
Innsbruck4040810,2
Graz2426010,8
Plätze laut medizinstudieren.at, Anmeldungen laut gemeinsamer Presseaussendung vom 16.04.2026. Anmeldungen je Platz: eigene Rechnung. Wie viele Angemeldete in Zahnmedizin tatsächlich antraten, ist nicht veröffentlicht.

Gemessen an den Anmeldungen ist Zahnmedizin damit an allen drei Standorten enger als Humanmedizin. Und Dein Ergebnis gilt nur für das Studium, für das Du Dich angemeldet hast: Ein guter MedAT-Z bringt Dir keinen Platz in Humanmedizin und umgekehrt. Laut den Verordnungen ist das gewählte Studium verbindlich. Die MedUni Graz nennt auf ihrer Webseite zwar einen Wechsel innerhalb der Anmeldefrist per E-Mail, ihre Verordnung schließt nachträgliche Änderungen aber aus; entscheide also vor der Zahlung.

Wie bereitest Du Dich auf die manuellen Fertigkeiten vor?

Die Universitäten empfehlen ausdrücklich, Drahtbiegen und Formen spiegeln zu üben und die Feinmotorik zu trainieren. Im Virtuellen Medizinischen Campus gibt es dafür Erklärungen, Übungsvorlagen und Fotos der Arbeitsschritte, außerdem ein Erklärvideo zu den manuellen Fertigkeiten auf medizinstudieren.at. Für alle übrigen Testteile gilt dasselbe wie im MedAT-H; einen Überblick gibt die Seite MedAT-Vorbereitung.

Häufige Fragen

Was ist der MedAT-Z?

Der Aufnahmetest für Zahnmedizin an den Medizinischen Universitäten Wien, Innsbruck und Graz. Er besteht aus Basiskenntnistest (40 %), manuellen Fertigkeiten (20 %), kognitiven Fähigkeiten (30 %) und sozial-emotionalen Kompetenzen (10 %). Textverständnis gibt es nicht.

Gibt es beim MedAT-Z eine Quote?

Nein. Die gesetzliche Quote gilt nur für Humanmedizin. In der Zahnmedizin bekommen die Bestgereihten der Liste eines Standorts die Plätze, egal woher ihr Reifezeugnis stammt.

Wie viel Prozent braucht man im MedAT-Z?

Amtliche Werte gibt es nur aus Graz. Dort reichten 2021 bis 2025 59,60 bis 71,57 Prozent Gesamtwert, im Mittel 64,4 Prozent. Für Wien und Innsbruck sind keine Zahnmedizin-Grenzwerte veröffentlicht.

Darf ich beim Drahtbiegen eigenes Werkzeug mitbringen?

Nein. Die Universität stellt zwei Zangen, einen Farbstift, die Vorlagen und die Drähte. Zusätzliche Materialien oder Werkzeuge sind verboten, Ersatzdrähte gibt es nicht. Beim Formen spiegeln sind Lineal, Geodreieck und Zirkel verboten.

Quellen

Alle Angaben geprüft am 20.10.2026. Medienberichte sind als solche gekennzeichnet.

  1. Verordnung über die Testinhalte und die Testauswertung MedAT 2026 – Medizinische Universität Wien, Mitteilungsblatt 2025/26, 11. Stück, Nr. 16, 09.12.2025; abgerufen am 18.10.2026
  2. 87. Verordnung über die Festlegung der Testinhalte und der Testauswertung der Aufnahmetests Humanmedizin und Zahnmedizin ab dem Studienjahr 2024/2025 – Medizinische Universität Innsbruck, Mitteilungsblatt 2023/24, 30. Stück, 07.02.2024; abgerufen am 19.10.2026
  3. Verordnungen über die Zulassung (RN 61) und die Testinhalte (RN 62) für Human- und Zahnmedizin 2026/27 – Medizinische Universität Graz, Mitteilungsblatt 2025/26, 14. Stück, 17.12.2025; abgerufen am 18.10.2026
  4. Verordnung über die Zulassungsbeschränkung zum Diplomstudium Zahnmedizin für das Studienjahr 2026/2027 (86. Verordnung) – Medizinische Universität Innsbruck, Mitteilungsblatt 2025/26, 21. Stück, 21.01.2026; abgerufen am 18.10.2026
  5. Verordnung über die Zulassungsbeschränkung zu den Diplomstudien Human- und Zahnmedizin für das Studienjahr 2026/2027 – Medizinische Universität Wien, Mitteilungsblatt 2025/26, 10. Stück, Nr. 15, 09.12.2025; abgerufen am 18.10.2026
  6. „Zusammensetzung und Dauer der Testteile – MedAT-Z 2026“ (offizielle Unterlage im Virtuellen Medizinischen Campus, nach kostenloser Registrierung) – Medizinische Universität Graz, Virtueller Medizinischer Campus (VMC); abgerufen am 19.10.2026
  7. „Drahtbiegen“ und „Formen spiegeln“ (offizielle Unterlagen zum Test der manuellen Fertigkeiten, MedAT-Z 2026, im Virtuellen Medizinischen Campus) – Medizinische Universitäten Wien, Innsbruck und Graz, Virtueller Medizinischer Campus (VMC); abgerufen am 19.10.2026
  8. Informationsbroschüren und Ausfüllvorschriften zu den KFF- und SEK-Aufgabengruppen (offizielle Unterlagen MedAT 2026 im Virtuellen Medizinischen Campus) – Medizinische Universität Graz, Virtueller Medizinischer Campus (VMC); abgerufen am 19.10.2026
  9. Testinhalte Zahnmedizin – medizinstudieren.at; abgerufen am 18.10.2026
  10. Tipps und Tricks zur Testvorbereitung (mit FAQ zu Minuspunkten und Notizregeln) – medizinstudieren.at; abgerufen am 20.10.2026
  11. Studienplätze 2026/27 – medizinstudieren.at; abgerufen am 18.10.2026
  12. FAQ – häufig gestellte Fragen – medizinstudieren.at; abgerufen am 18.10.2026
  13. Aufnahmeverfahren: Häufig gestellte Fragen – Medizinische Universität Graz; abgerufen am 19.10.2026
  14. Universitätsgesetz 2002, § 71c (Zugang zu Human- und Zahnmedizin, Quote, gewidmete Plätze) – Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS), 01.11.2025; abgerufen am 18.10.2026
  15. Freizügigkeit von Studierenden: Kommission stellt Vertragsverletzungsverfahren gegen Österreich ein (IP/17/1282) – Europäische Kommission, 17.05.2017; abgerufen am 19.10.2026
  16. Aufnahmeverfahren Human- und Zahnmedizin, Reihe BUND 2020/47 – Rechnungshof Österreich, 01.12.2020; abgerufen am 19.10.2026
  17. Stellungnahme der Medizinischen Universität Graz (Beilage zu 5452/AB XXVIII. GP) – Medizinische Universität Graz, 01.06.2026; abgerufen am 18.10.2026
  18. MedAT: Aufnahmeverfahren zum Medizinstudium – 16.880 Anmeldungen (gemeinsame Aussendung) – Medizinische Universität Wien, 16.04.2026; abgerufen am 18.10.2026