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MedAT-Rechner: Reicht Dein Ergebnis für Wien, Graz, Innsbruck oder Linz?

Von der Redaktion · fachlich geprüft von Hendrik Loll · Stand: 19.10.2026

Der MedAT-Rechner vergleicht Deinen Gesamtwert mit den amtlichen Grenzwerten aller vier Standorte aus den Jahren 2021 bis 2025. In Wien lag die Grenze in dieser Zeit zwischen 71,52 und 79,14 Prozent, in Linz zwischen 63,20 und 73,08 Prozent. Du siehst, in wie vielen Jahren Dein Wert gereicht hätte.

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So steht er in der Ergebnismitteilung, z. B. 74,35.

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Für jeden Standort prüft der Rechner fünf Jahrgänge. Grün heißt: Dein Wert lag in allen fünf Jahren mindestens auf dem niedrigsten Wert, mit dem noch ein Studienplatz vergeben wurde. Gelb heißt: in manchen Jahren ja, in anderen nicht. Rot heißt: in keinem der fünf Jahre.

Die Spalte „Dein Abstand“ zeigt, wie viele Prozentpunkte Dein Wert über oder unter der jeweiligen Grenze liegt. Ein Wert knapp unter der Grenze eines schweren Jahrgangs sagt mehr als einer knapp über der Grenze eines leichten. Gelb ist deshalb kein „vielleicht“, sondern die ehrliche Antwort: Es hängt vom Jahrgang ab.

Woher stammen die Grenzwerte?

Im Mai 2026 fragte ein Abgeordneter im österreichischen Nationalrat nach den „Prozenthürden“ beim MedAT. Das Wissenschaftsministerium leitete die Frage an die vier Universitäten weiter. Deren Stellungnahmen hängen an der Anfragebeantwortung 5452/AB vom 7. Juli 2026 und nennen für jedes Jahr den schlechtesten Gesamtwert, mit dem eine Person noch einen Studienplatz bekam, getrennt nach Staatsangehörigkeit, dazu die fünf schlechtesten erfolgreichen Ergebnisse.

Der Rechner nimmt je Standort und Jahr den niedrigsten dieser Werte. Das ist die Grenze, an der die gemeinsame Rangliste endete, nachdem alle Nachrückverfahren abgeschlossen waren. Für Linz gelten die Werte nur für reguläre Plätze. Alle Einzelwerte findest Du auf der Seite MedAT-Grenzwerte 2021–2025.

Wie berechnet sich der MedAT-Gesamtwert?

Jeder Testteil wird als Anteil richtig gelöster Aufgaben ausgewertet. Falsche Antworten kosten nichts, es gibt keine Minuspunkte und keine Normierung. Der Gesamtwert ist die gewichtete Summe der Testteile:

TestteilMedAT-HMedAT-Z
Basiskenntnistest Medizinische Studien (BMS)40 %40 %
Textverständnis (TV)10 %–
Manuelle Fertigkeiten (MF)–20 %
Kognitive Fähigkeiten und Fertigkeiten (KFF)40 %30 %
Sozial-emotionale Kompetenzen (SEK)10 %10 %
Gewichtung laut den Verordnungen über Testinhalte und Testauswertung (MedUni Wien 2026, MedUni Innsbruck ab 2024/25, JKU Linz 2026/27; gleichlautend MedUni Graz).

Daraus folgt ein Effekt, den viele unterschätzen: Weil Textverständnis nur zwölf Aufgaben hat, bringt dort jede richtige Antwort rund 0,83 Prozentpunkte Gesamtwert. Eine Aufgabe in KFF ist etwa 0,53 Prozentpunkte wert, eine im BMS mit 94 Aufgaben nur 0,43 (eigene Rechnung aus Gewicht und Aufgabenzahl). Im Modus „Richtige Antworten“ rechnet der Rechner genau so. Alle Wertungsregeln stehen unter MedAT-Auswertung.

Beim SEK bildet die Verordnung den Mittelwert der drei Aufgabengruppen. Emotionen erkennen und Emotionen regulieren werden je Aufgabe nach richtig oder falsch gewertet. Soziales Entscheiden misst dagegen, wie gut Deine Rangfolge mit der vorgesehenen übereinstimmt; dafür gibst Du einen Prozentwert ein.

Warum zeigt der Rechner keine Prozentchance?

Eine seriöse Wahrscheinlichkeit bräuchte die Verteilung der Ergebnisse: wie viele Bewerber welchen Wert erreicht haben. Diese Zahlen haben die Universitäten nicht veröffentlicht. Ohne sie wäre jede „Chance von 63 Prozent“ erfunden.

Was die Daten hergeben, ist ein Muster. Die Grenzwerte aller vier Standorte steigen und fallen gemeinsam, je nachdem wie schwer der Test ausfiel, während der Abstand zwischen den Standorten fast gleich bleibt. Im aufklappbaren Szenario unter dem Ergebnis rechnet der Rechner damit drei Fälle durch: einen Jahrgang so schwer wie 2024, einen mittleren und einen so leicht wie 2021.

Gilt für Deutsche eine eigene Grenze?

Nein. Die Universitäten schreiben in ihren Stellungnahmen ausdrücklich, dass alle Bewerber unabhängig von Vorbildung und Staatsangehörigkeit auf einer gemeinsamen Rangliste stehen. Umgereiht wird nur, wenn sonst die gesetzlichen Mindestanteile für österreichische Reifezeugnisse oder EU-Bürger unterschritten würden. Wie das im Detail funktioniert, erklärt die Seite zur EU-Quote in der Medizin.

Häufige Fragen

Wie viel Prozent braucht man beim MedAT?

Eine feste Prozentgrenze gibt es nicht. Zwischen 2021 und 2025 reichten in Linz je nach Jahr 63,20 bis 73,08 Prozent, in Wien 71,52 bis 79,14 Prozent. Wo die Grenze liegt, hängt von der Schwierigkeit des Tests, der Zahl der Plätze und den Ergebnissen aller anderen ab.

Brauchen Deutsche beim MedAT mehr Punkte als Österreicher?

Nein, jedenfalls nicht in den Jahren 2021 bis 2025. Alle Bewerber stehen auf einer gemeinsamen Rangliste. Der schlechteste erfolgreiche Wert von EU-Bürgern lag in 18 von 20 Standortjahren höchstens 0,33 Prozentpunkte über dem der Österreicher.

Kann ich mein Übungsergebnis in den Rechner eingeben?

Ja, aber das Ergebnis ist nur eine grobe Richtung. Der echte MedAT wird ohne Normierung ausgewertet, jede Abweichung in der Schwierigkeit eines Übungstests verschiebt den Wert direkt. Wähle im Rechner „Übungstest oder Schätzung“, dann blendet er den passenden Hinweis ein.

Warum fehlen Grenzwerte für 2026?

Die Universitäten veröffentlichen ihre Grenzwerte nicht von sich aus. Die Werte für 2021 bis 2025 stammen aus einer parlamentarischen Anfrage, deren Stellungnahmen vor dem MedAT 2026 geschrieben wurden. Sobald amtliche Werte für 2026 vorliegen, nimmt der Rechner sie auf.

Speichert der Rechner meine Eingaben?

Nein. Die Berechnung läuft vollständig in Deinem Browser. Deine Eingaben stehen nur in der Adresszeile, damit Du das Ergebnis per Link teilen kannst.

Quellen

Alle Angaben geprüft am 19.10.2026. Medienberichte sind als solche gekennzeichnet.

  1. Stellungnahme der Medizinischen Universität Wien (Beilage zu 5452/AB XXVIII. GP) – Medizinische Universität Wien, 02.06.2026; abgerufen am 18.10.2026
  2. Stellungnahme der Medizinischen Universität Innsbruck (Beilage zu 5452/AB XXVIII. GP) – Medizinische Universität Innsbruck, 02.06.2026; abgerufen am 18.10.2026
  3. Stellungnahme der Medizinischen Universität Graz (Beilage zu 5452/AB XXVIII. GP) – Medizinische Universität Graz, 01.06.2026; abgerufen am 18.10.2026
  4. Stellungnahme der Johannes Kepler Universität Linz (Beilage zu 5452/AB XXVIII. GP) – Johannes Kepler Universität Linz; abgerufen am 18.10.2026
  5. Verordnung über die Testinhalte und die Testauswertung MedAT 2026 – Medizinische Universität Wien, Mitteilungsblatt 2025/26, 11. Stück, Nr. 16, 09.12.2025; abgerufen am 18.10.2026
  6. 87. Verordnung über die Festlegung der Testinhalte und der Testauswertung der Aufnahmetests Humanmedizin und Zahnmedizin ab dem Studienjahr 2024/2025 – Medizinische Universität Innsbruck, Mitteilungsblatt 2023/24, 30. Stück, 07.02.2024; abgerufen am 19.10.2026
  7. Verordnung über Inhalt und Auswertung des Aufnahmetests MedAT-H für das Studienjahr 2026/27 – Johannes Kepler Universität Linz, Mitteilungsblatt 2026, 4. Stück, Pkt. 38, 28.01.2026; abgerufen am 19.10.2026
  8. „Zusammensetzung und Dauer der Testteile – MedAT-H 2026“ (offizielle Unterlage im Virtuellen Medizinischen Campus, nach kostenloser Registrierung) – Medizinische Universität Graz, Virtueller Medizinischer Campus (VMC); abgerufen am 19.10.2026
  9. „Zusammensetzung und Dauer der Testteile – MedAT-Z 2026“ (offizielle Unterlage im Virtuellen Medizinischen Campus, nach kostenloser Registrierung) – Medizinische Universität Graz, Virtueller Medizinischer Campus (VMC); abgerufen am 19.10.2026
  10. Gewidmete Studienplätze – medizinstudieren.at; abgerufen am 19.10.2026
  11. Universitätsgesetz 2002, § 71c (Zugang zu Human- und Zahnmedizin, Quote, gewidmete Plätze) – Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS), 01.11.2025; abgerufen am 18.10.2026