MedAT-Auswertung: So wird Dein Testwert berechnet
Von der Redaktion · fachlich geprüft von Hendrik Loll · Stand: 19.10.2026
Beim MedAT zählt jeder Testteil als Anteil richtig gelöster Aufgaben. Daraus wird der Gesamtwert gewichtet: in der Humanmedizin 40 Prozent Basiskenntnistest, 10 Prozent Textverständnis, 40 Prozent kognitive Fähigkeiten und 10 Prozent sozial-emotionale Kompetenzen. Minuspunkte gibt es nicht, eine Normierung auch nicht. Was am Ende zählt, ist Dein Rang am gewählten Standort.
Wie wird der Testwert eines Testteils berechnet?
Die Verordnungen der vier Universitäten über Testinhalte und Testauswertung regeln das gleichlautend. Im Basiskenntnistest (BMS), im Textverständnis (TV) und bei den kognitiven Fähigkeiten (KFF) bringt jede richtige Antwort einen Punkt, jede falsche oder leere null. Der Testwert ist der Anteil richtiger Antworten an allen Aufgaben des Testteils. Alle Aufgaben zählen gleich viel, egal ob Biologie oder Mathematik.
Bei den sozial-emotionalen Kompetenzen (SEK) ist es etwas anders. Der Testwert ist der Mittelwert der drei Aufgabengruppen Emotionen erkennen, Emotionen regulieren und Soziales Entscheiden. Wie die einzelnen Aufgaben gewertet werden, steht in den offiziellen Unterlagen im Virtuellen Medizinischen Campus:
- Emotionen erkennen: Ein Punkt nur, wenn alle Einschätzungen zu einer Aufgabe stimmen. Teilpunkte gibt es nicht.
- Emotionen regulieren: Ein Punkt für die eine Antwort, die laut Forschung am besten passt; keine oder mehrere Markierungen zählen null.
- Soziales Entscheiden: Gewertet wird, wie stark Deine Rangfolge mit der vorgesehenen übereinstimmt. Hier entstehen Teilpunkte. Eine unvollständige oder doppelte Rangvergabe zählt null.
Fehlerhafte Fragen werden gestrichen und gelten als nicht gestellt. Eine Normierung, etwa auf den Jahrgang oder nach Geschlecht, sehen die Verordnungen nicht vor.
Wie wird der Gesamtwert gewichtet?
| Testteil | MedAT-H (Humanmedizin) | MedAT-Z (Zahnmedizin) |
|---|---|---|
| Basiskenntnistest Medizinische Studien (BMS) | 40 % | 40 % |
| Textverständnis (TV) | 10 % | – |
| Manuelle Fertigkeiten (MF) | – | 20 % |
| Kognitive Fähigkeiten und Fertigkeiten (KFF) | 40 % | 30 % |
| Sozial-emotionale Kompetenzen (SEK) | 10 % | 10 % |
Eine Beispielrechnung
Angenommen, jemand löst im MedAT-H 75 Prozent der BMS-Aufgaben, 8 von 12 Textverständnis-Aufgaben (66,7 Prozent), 70 Prozent der KFF-Aufgaben und kommt im SEK auf 62 Prozent. Dann ergibt sich:
0,4 × 75 + 0,1 × 66,7 + 0,4 × 70 + 0,1 × 62 = 70,87 Prozent Gesamtwert
Mit diesem Wert hätte es 2025 in Linz gereicht, in Wien, Graz und Innsbruck nicht. Den Vergleich für Dein eigenes Ergebnis rechnet der MedAT-Rechner, auch direkt aus den richtigen Antworten je Untertest.
Was bringt eine richtige Antwort mehr?
Weil jeder Testteil ein festes Gewicht hat, aber unterschiedlich viele Aufgaben, ist eine Aufgabe nicht überall gleich viel wert. Teilt man das Gewicht durch die Zahl der Aufgaben laut offizieller Unterlage für den MedAT 2026, ergibt sich (eigene Rechnung):
| Testteil | Aufgaben H | eine Aufgabe = Pp. Gesamtwert (H) | Aufgaben Z | eine Aufgabe = Pp. (Z) |
|---|---|---|---|---|
| Basiskenntnistest Medizinische Studien (BMS) | 94 | 0,43 | 94 | 0,43 |
| Textverständnis (TV) | 12 | 0,83 | – | – |
| Kognitive Fähigkeiten und Fertigkeiten (KFF) | 75 | 0,53 | 65 | 0,46 |
Eine Aufgabe im Textverständnis ist also fast doppelt so viel wert wie eine im Basiskenntnistest. Das ist kein Grund, den BMS zu vernachlässigen: Er hat mit 94 Aufgaben die größte Masse. Aber wer im Textverständnis Punkte verschenkt, verliert überproportional viel.
Worauf es auf dem Antwortbogen ankommt
Gewertet wird nur der Antwortbogen, nicht das Testheft. Bei allen Multiple-Choice-Aufgaben gibt es fünf Antworten von A bis E, und Du markierst genau eine. Mehrere Kreuze bei einer Frage sind immer falsch. Willst Du eine Antwort korrigieren, malst Du das falsche Kästchen vollständig aus und kreuzt das neue an. In manchen Untertests ist die Zeit so knapp, dass Du am besten sofort überträgst statt gesammelt am Ende.
Wie werden die manuellen Fertigkeiten im MedAT-Z gewertet?
Beim Drahtbiegen und Formen spiegeln gibt es keine richtig-falsch-Wertung. Die Unterlagen beschreiben ein zweistufiges Verfahren: Zuerst wird geprüft, ob eine Arbeit überhaupt gewertet wird; beim Drahtbiegen führen etwa ein unvollständiger Draht, eine falsche Figur oder eine Abweichung von mehr als fünf Millimetern zum Ausschluss. Danach zählt die Abweichung von der Vorlage über ein Raster, in dem manche Felder schwerer wiegen als andere. Die genauen Punktwerte haben die Universitäten nicht veröffentlicht.
Gesamtwert, Rang und Grenze: was ist was?
Drei Begriffe werden oft verwechselt. Der Gesamtwert ist Dein Ergebnis in Prozent, so wie oben berechnet. Der Rang ist Deine Position auf der Liste aller, die am selben Standort für dasselbe Studium angetreten sind. Die Grenze ist der Gesamtwert der letzten Person, die noch einen Platz bekommen hat, und ergibt sich erst, wenn alle Ränge feststehen und das Nachrücken abgeschlossen ist.
Einen Prozentrang, also den Anteil der Teilnehmer, die schlechter abgeschnitten haben, veröffentlichen die Universitäten nicht. Manche Vorbereitungsanbieter nennen den Gesamtwert fälschlich so.
Häufige Fragen
Gibt es beim MedAT Minuspunkte?
Nein. Eine richtige Antwort zählt einen Punkt, eine falsche oder fehlende null. Wer bei einer Aufgabe unsicher ist, sollte deshalb immer eine Antwort ankreuzen. Mehrere Kreuze bei einer Frage gelten allerdings immer als falsch.
Ist der MedAT-Gesamtwert ein Prozentrang?
Nein. Der Gesamtwert ist die gewichtete Summe der Anteile richtig gelöster Aufgaben. Er sagt nicht, wie viel Prozent der Teilnehmer schlechter waren. Ob er für einen Platz reicht, entscheidet erst der Rang auf der Liste Deines Standorts.
Wird der MedAT nach Geschlecht ausgewertet?
Nein. Die Verordnungen für 2026 sehen nur die Anteile richtiger Antworten und deren gewichtete Summe vor, ohne Normierung und ohne geschlechtsbezogene Auswertung.
Was passiert mit fehlerhaften Fragen?
Stellt sich eine Multiple-Choice-Frage als fehlerhaft heraus, wird sie aus der Wertung genommen und gilt als nicht gestellt. Der Anteil richtiger Antworten im Testteil wird dann ohne diese Frage berechnet.
Quellen
Alle Angaben geprüft am 19.10.2026. Medienberichte sind als solche gekennzeichnet.
- Verordnung über die Testinhalte und die Testauswertung MedAT 2026 – Medizinische Universität Wien, Mitteilungsblatt 2025/26, 11. Stück, Nr. 16, 09.12.2025; abgerufen am 18.10.2026
- 87. Verordnung über die Festlegung der Testinhalte und der Testauswertung der Aufnahmetests Humanmedizin und Zahnmedizin ab dem Studienjahr 2024/2025 – Medizinische Universität Innsbruck, Mitteilungsblatt 2023/24, 30. Stück, 07.02.2024; abgerufen am 19.10.2026
- Verordnungen über die Zulassung (RN 61) und die Testinhalte (RN 62) für Human- und Zahnmedizin 2026/27 – Medizinische Universität Graz, Mitteilungsblatt 2025/26, 14. Stück, 17.12.2025; abgerufen am 18.10.2026
- Verordnung über Inhalt und Auswertung des Aufnahmetests MedAT-H für das Studienjahr 2026/27 – Johannes Kepler Universität Linz, Mitteilungsblatt 2026, 4. Stück, Pkt. 38, 28.01.2026; abgerufen am 19.10.2026
- „Zusammensetzung und Dauer der Testteile – MedAT-H 2026“ (offizielle Unterlage im Virtuellen Medizinischen Campus, nach kostenloser Registrierung) – Medizinische Universität Graz, Virtueller Medizinischer Campus (VMC); abgerufen am 19.10.2026
- „Zusammensetzung und Dauer der Testteile – MedAT-Z 2026“ (offizielle Unterlage im Virtuellen Medizinischen Campus, nach kostenloser Registrierung) – Medizinische Universität Graz, Virtueller Medizinischer Campus (VMC); abgerufen am 19.10.2026
- Verordnung über die Zulassungsbeschränkung zu den Diplomstudien Human- und Zahnmedizin für das Studienjahr 2026/2027 – Medizinische Universität Wien, Mitteilungsblatt 2025/26, 10. Stück, Nr. 15, 09.12.2025; abgerufen am 18.10.2026
- Verordnung über die Zulassungsbeschränkung zum Diplomstudium Humanmedizin für das Studienjahr 2026/2027 – Medizinische Universität Innsbruck, Mitteilungsblatt 2025/26, 20. Stück, 21.01.2026; abgerufen am 18.10.2026
- Verordnung über Zugangsbeschränkungen zum gemeinsamen Bachelorstudium Humanmedizin (UK 033/303) im Studienjahr 2026/27 – Johannes Kepler Universität Linz, Mitteilungsblatt vom 07.01.2026, 1. Stück, Pkt. 1, 07.01.2026; abgerufen am 18.10.2026
- Testergebnisse – medizinstudieren.at; abgerufen am 18.10.2026
- Stellungnahme der Medizinischen Universität Wien (Beilage zu 5452/AB XXVIII. GP) – Medizinische Universität Wien, 02.06.2026; abgerufen am 18.10.2026